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Die Prüfung des Corporate Governance-Reportings

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Klaus Christian Jürgensen

Der Autor untersucht die Tatsache, dass die drei Publizitätselemente der Corporate Governance, nämlich der Corporate Governance-Bericht, die Entsprechenserklärung und die Erklärung zur Unternehmensführung nicht extern, gesetzlich und inhaltlich geprüft werden. Dies verstößt gegen das europa- und nationalrechtlich viel beschworene Gebot der Transparenz von Unternehmensberichten. Transparenz kann nur durch eine externe, gesetzliche und inhaltliche Prüfung durch den Abschlussprüfer erreicht werden. Der Autor verfasst einen Vorschlag zur Neugestaltung der Erklärung zur Unternehmensführung, die alle mit der Corporate Governance zusammenhängenden Erklärungen und Berichte – insbesondere auch neue und zukünftige Unternehmensberichte – zusammenfasst und der Abschlussprüfung unterwirft.

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Einleitung und Gang der Untersuchung

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A. Einleitung

Die klassische Unternehmensberichterstattung (Reporting) bestand aus dem jährlichen Geschäftsbericht, der im Wesentlichen den (Konzern-)Abschluss und den (Konzern-)Lagebericht enthielt. So gesehen war dies eine ausschließlich auf die Rechnungslegung bezogene Unternehmenspublizität.

Mit dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vom 27.04.1998 wurden zahlreiche Veränderungen der Bestimmungen für die Gesellschaftsorgane, aber auch solche für Rechnungslegung und Abschlussprüfung, vorgenommen.1 Die Regelungen dieses Gesetzes müssen vor dem Hintergrund massiver Unternehmenszusammenbrüche im In- und Ausland gesehen werden und vor der Erkenntnis, dass die nationalen großen börsennotierten Gesellschaften auf globalen Märkten, insbesondere dem Kapitalmarkt, operieren, was eine andere Ausrichtung des Rechnungswesens und der Kapitalmarktinformationen erfordert. Bezeichnend ist der Aufsatz von Böcking: „Zum Verhältnis von Rechnungslegung und Kapitalmarkt: Vom „financial accounting“ zum „business reporting“.2 Damit stehen auch Fragen der Unternehmensführung und -kontrolle im Mittelpunkt des Interesses und somit die Corporate Governance. Das Phänomen Corporate Governance (CG) findet in der Principal-Agent-Theorie (Agency-Theorie) sein theoretisches Erklärungsmodell.3 Die Agency-Theorie ist der Institutionen-Ökonomie zuzurechnen, deren Grundthesen unter anderem Verfügungsrechte und Vertragsbeziehungen sind. Damit eignet sich die Agency-Theorie zur Analyse von Konflikten zwischen Management und Anteilseigner.4 Diese Konflikte sind insbesondere durch die Informationsasymmetrien zwischen Management (Agent) und Anteilseignern (Principal) gekennzeichnet.

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