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Die deutschen Friedensnobelpreiskandidaten im Kaiserreich 1901–1918

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Thomas Sirges

Der Friedensnobelpreis ist weltweit der renommierteste Friedenspreis. Bislang hat sich die Forschung auf die Preisträger konzentriert und den Konkurrenten nur bei strittigen Entscheidungen größere Beachtung geschenkt. Neben den Konkurrenten verzeichnen die Bewerberlisten eine beachtliche Zahl von Außenseitern, deren Wirken kaum vermuten lässt, dass sie einmal für den Friedensnobelpreis nominiert waren. Beide Gruppen – Konkurrenten und Außenseiter – müssen als ein bislang unerforschter Teil der Geschichte des Friedensnobelpreises gelten. Das Buch stellt die deutschen Kandidaten von 1901 bis 1918 vor, beleuchtet die Hintergründe und Begleitumstände ihrer Kandidatur und sucht nach einer Antwort auf die Frage, warum kein Deutscher im Kaiserreich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist.

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10. Johann Martin Schleyer

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Mit des Geistes ewiglichten Waffen, Laßt uns neue, große Friedenswerke schaffen! Unser Volapük, es sei ein Liebeband, Das fortan umschlinge Land um Land, Daß die schöne, sonnbestrahlte Erde Uns zum Eden treuer Brüder werde! Daß die Zungen Aller sich in einer klar verstehen, Friedenswonneklänge hin durch alle Lande freudig wehen! (Johann Martin Schleyer 1900)1

Johann Martin Schleyer (1831–1912), geboren in Oberlauda bei Tauberbischofsheim (Großherzogtum Baden), entstammte einer Lehrerfamilie.2 Nach dem Studium der Theologie, Philosophie, Geschichte und Philologie in Freiburg (1852–1855) war er an verschiedenen Orten in der Erzdiözese Freiburg, u.a. in Krumbach (seit 1867) und in Litzelstetten (seit 1875), als katholischer Pfarrer tätig. Nach seiner auf eigenen Wunsch erfolgten gesundheitsbedingten Pensionierung im Jahre 1885 nahm er seinen Wohnsitz in Konstanz.

Seine seelsorgerischen Aufgaben ließen Schleyer genügend Zeit, sich intensiv mit Musik, Lyrik und Sprachen zu befassen. Im Laufe seines Lebens soll er die Grammatik und den Wortschatz von mehr als 50 europäischen und außereuropäischen Sprachen untersucht haben. Bei seinen Sprachstudien kam ihm der Gedanke, dass es möglich sein müsste, eine Weltsprache zu konstruieren, in der sich alle Menschen miteinander verständigen könnten. Zunächst versuchte er, eine Mischform aus verschiedenen existierenden Sprachen zu entwickeln, bis er im Jahre 1879 – nach eigener Angabe einer Eingebung folgend – die Plansprache “Volapük” (Sprache der Welt; vol = Welt; Genitiv: vola = der Welt u. pük = Sprache) erfand.

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