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Theologie als Wissenschaft

Eine Fundamentaltheologie aus phänomenologischer Leitperspektive

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Lukas Ohly

Ob Theologie eine Wissenschaft genannt werden kann, wird verschärft durch das Aufkommen neuer theologischer Studiengänge als auch durch Sparmaßnahmen an theologischen Fakultäten in Frage gestellt. Darauf reagieren die theologischen Disziplinen mit einer Suchbewegung, die ihren theologischen Charakter zunehmend außer Acht lässt oder methodisch ungesichert herstellt.

Der vorliegende Ansatz beschreibt die Verifikation theologischer Aussagen als das Aufdecken eines Nicht-Selbstverständlichen im Selbstverständlichen: Wahrheit wird erkannt, indem sie widerfährt. Da Menschen von Gott sprechen, wenn sie den Widerfahrenscharakter von Ereignissen thematisieren, wird ein Bezug zwischen Gottesoffenbarung und Verifikation wissenschaftstheoretisch rekonstruiert.

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Vorwort

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Eine Fundamentaltheologie steht selbstverständlich am Anfang einer wissenschaftlichen Untersuchung. Die Methoden werden hier bestimmt und ihre Sachhaltigkeit begründet, bevor dann an ihnen der Forschungsgang vollzogen wird. In meiner Darstellung der Systematischen Theologie steht sie dagegen am Ende. Eine trinitarische Theologie habe ich bereits formuliert1 und dabei implizit, aber manchmal auch explizit von Voraussetzungen Gebrauch gemacht, die zu ihrer Fundamentaltheologie gehören. Ich bezweifle, dass meine Theologie eine andere Richtung genommen hätte, wenn ich zuerst die Fundamentaltheologie formuliert hätte. Denn zum einen ließen sich die methodischen Voraussetzungen phänomenologisch „an der Sache selbst“ erschließen. Mit der Gotteslehre zu beginnen und die Theologie dann trinitarisch zu strukturieren, ist kein deduktives Verfahren2, sondern erschließt sich am Gegenstand der Theologie.3 Zum anderen könnte daraus folgen, dass die Fundamentaltheologie ein eigenes Gegenstandsfeld ist, das zwar nicht unabhängig „von der Sache selbst“ sein kann, aber besser von ihr beeinflusst wird als umgekehrt sie zu beeinflussen. Das zumindest ist der Anspruch der Fundamentaltheologie von Karl Barth gewesen, der sie sachlich in die Mitte der Dogmatik stellt. Fundamentaltheologie ist keine formale Disziplin, in der sich die Systematische Theologie auf ihr Verfahren verständigt, als ob sie den Gegenstand dabei nicht bereits untersuchen würde. Ihr Wesen liegt auch nicht im Import von „Lehnsätzen“ anderer Wissenschaften, wie das bei der Fundamentaltheologie Schleiermachers der Fall ist. Vielmehr ist Fundamentaltheologie bereits Theologie in ihrer vollen Sachlichkeit und kann daher nur hermeneutisch zirkulär ihre eigenen Voraussetzungen ermitteln, ← 7 | 8...

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