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Deutsch-türkische Beziehungen

Historische, sektorale und migrationsspezifische Aspekte

Edited By Wolfgang Gieler, Burak Gümüș and Yunus Yoldaş

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden und aktuellen Einblick in die Geschichte, Dimensionen, Sachthemen und migrationsspezifische Aspekte der deutsch-türkischen Beziehungen aus der Sicht von Experten aus der Türkei und Deutschland.

Das Buch skizziert die Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen seit den osmanisch-preußischen bzw. osmanisch-habsburgischen Beziehungen bis in die Gegenwart und thematisiert historische sowie aktuelle Beispiele.

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Die deutsch-türkischen Beziehungen in der Weimarer Republik (Mehmet Oyran)

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Mehmet Oyran

Die deutsch-türkischen Beziehungen in der Weimarer Republik

Einleitung

„Nicht vergessen wollen wir endlich auch unserer früheren Bundesgenossen, des bulgarischen und des türkischen Volkes, die in den vergangenen schweren Jahren an unserer Seite standen und jetzt mit uns leiden. […] Mit großer innerer Bewegung nehmen wir an ihrem Schicksal Anteil. Während des Krieges haben wir die Türken und Bulgaren erst näher kennen gelernt und sind ihnen bekannt geworden. Mannigfache Beziehungen kultureller Art haben sich geknüpft; soweit es an uns liegt, sollen diese freundschaftlichen Bande zwischen den Völkern den Zusammenbruch des Bündnisses und der Regierungen, die es geschlossen hatten, überdauern.“1

So äußerte sich der Reichsminister des Auswärtigen, Hermann Müller,2 während seiner Rede am 23. Juli 1919 in der 64. Nationalversammlung im Reichstag. Dieses Zitat bezeugt die vorherrschende Sympathie und das Interesse, das von Seiten der deutschen Politik an dem alten Bündnispartner Türkei kurz nach dem Krieg weiterhin bestand. Idealistisch äußerte er, dass die „freundschaftlichen Bande“ zwischen den „Völkern“ den „Zusammenbruch des Bündnisses und der Regierungen, die es geschlossen hatten“ überdauern würden. Leider sollte sich bewahrheiten, dass dieser Wunsch in Anbetracht der politischen Lage in den Folgejahren der Weimarer Republik nicht erfüllt werden konnte.←155 | 156→

Die Haltung Müllers, der nach Amtsübernahme am 28. Juni 1919 für Deutschland den Versailler Vertrag unterzeichnen musste, entspricht den Revisionsforderungen...

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