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Deutsch-türkische Beziehungen

Historische, sektorale und migrationsspezifische Aspekte

Edited By Wolfgang Gieler, Burak Gümüș and Yunus Yoldaş

Dieser Sammelband bietet einen umfassenden und aktuellen Einblick in die Geschichte, Dimensionen, Sachthemen und migrationsspezifische Aspekte der deutsch-türkischen Beziehungen aus der Sicht von Experten aus der Türkei und Deutschland.

Das Buch skizziert die Geschichte der deutsch-türkischen Beziehungen seit den osmanisch-preußischen bzw. osmanisch-habsburgischen Beziehungen bis in die Gegenwart und thematisiert historische sowie aktuelle Beispiele.

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Temporale Umwandlungen: Kulturelle Hegemonie und der ‚Dritte Raum’ (Ülkü Güney)

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Ülkü Güney

Temporale Umwandlungen: Kulturelle Hegemonie und der ‚Dritte Raum’

Einführung

Seit Anfang der 1980er Jahre wurde die städtische Sozialpolitik der Kommunen in Deutschland von neoliberalen Ideen geleitet. Mit seiner Logik der reinen Marktwirtschaft bestimmte der Neoliberalismus lokale Richtlinien der städtischen Umstrukturierung und veränderte gleichzeitig kulturelle urbane Räume. Einige Bereiche, die für die städtischen Gremien wirtschaftlich lukrativ galten, wurden in der Folge zum Gegenstand der Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Interessensgruppen und Bewohnern der Städte bzw. der davon betroffenen Stadtteile. Einer dieser Stadtteile ist die Sternschanze (auch als „Schanzenviertel“ bekannt) in Hamburg, der allgemein als dicht besiedelt, verarmt und als sozialer Brennpunkt gilt. Seine als „problembehaftet“ angesehene Bevölkerung besteht hauptsächlich aus kulturell ausgeschlossenen und/oder sozial benachteiligten Menschen, darunter verarmte Deutsche, Studenten, Drogenabhängige, Autonome und andere alternative Subkulturen wie die der Migranten, die vor allem von politisch aktiven, linken Exilanten und Flüchtlingen geprägt sind.1

Diese besondere Zusammensetzung der Bevölkerung im Viertel veränderte sich allmählich mit der städtischen Umstrukturierung (Gentrifizierung), die tief in die bestehende wirtschaftliche und kulturelle Struktur eingriff. Rasant steigende Mieten führten zu einem Exodus der angestammten und von Armut bedrohten Bewohner sowie zur Schließung vieler kleinerer Läden in der Nachbarschaft. In der Folge erschienen weitgehend teure neue Modegeschäfte und „unangepasste, aber kreative“ neue Bars, die viele Partygänger wie auch die Mittelschicht („Yuppies“) anzogen.2 Diese Prozesse waren←551 | 552→ begleitet...

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