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Die Medien im Wahlkampf

Bewährungsprobe für die Vermittler in der Demokratie

Edited By Marco Althaus

Wahlen sind ein Brennglas für die kritische Aufgabe der Medien als Vermittler in der Demokratie. Wahlkämpfe sind eine Serie von Medienereignissen. Medien vermitteln, um was und wen es geht. Also wollen Wahlkampfmanager sie lenken und verführen, bedrängen und beeinflussen. Unabhängiger Journalismus dagegen will sich nicht von Wahlkämpfern managen lassen. Redaktionen gehen mit eigenen Strategien ins Wahljahr – erst recht in Zeiten von «Fake news» und Populisten, die vom Feindbild Medien leben. Der Band enthält Beiträge der Journalisten Cordula Tutt, Jörg Quoos, Andreas Schneider und Matthew Karnitschnig, der Wahlkampfmanager Robert Heinrich und Mario Voigt sowie der Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer und Marco Althaus.

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Neue Stärke für die Regionalpresse: Konkurrenz und Koordination im Journalismus (Jörg Quoos)

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Jörg Quoos

Neue Stärke für die Regionalpresse: Konkurrenz und Koordination im Journalismus

Abstract: In response to critical change in daily newspaper markets, leading publishers invest in centralized, coordinated, and syndicated journalism serving regional chains and networks. Jörg Quoos, chief editor of Funke group’s central Berlin newsroom, outlines practices and strategies which promise more clout for the regional press.

Ich bin gebeten worden, über die neuen Stärken der Regionalpresse zu sprechen. Das mache ich gerne. Denn hier tut sich gewaltig etwas. Ich darf an einer journalistischen Nahkampffront erleben, wie sich das Besinnen auf die eigenen Stärken für ein traditionelles Verlagshaus auswirken kann.

Gehen wir zunächst kurz auf die Ausgangssituation ein. In Deutschland verzeichnen wir sinkende Tageszeitungsauflagen. Besonders nationale Titel sind davon betroffen. Erstaunlicherweise sind es Kaufzeitungen und Boulevardzeitungen, die signifikant stärker Auflage verlieren als Regionalzeitungen. Regionalzeitungen sind zwar auch unter Druck, aber lange nicht so sehr wie national verbreitete Zeitungen. Ein dramatischer Schwund ist es trotzdem: 1995 erzielten lokale und regionale Abonnementzeitungen in Westdeutschland laut BDZV-Statistik eine Auflage von 13,6 Millionen←65 | 66→ Exemplaren, im Osten waren es 4,4 Millionen. 2016 waren es nur noch 9,6 Millionen in den alten Ländern, knapp 2,2 Millionen in den neuen.

Abbildung 1. Entwicklung der verkauften Auflage deutscher Tageszeitungen in Millionen Exemplaren von 2000 bis 2016 in der jährlichen BDZV-Statistik.1

Im Vergleich zum Schwund bei den nationalen Titeln...

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