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Die Ordnung der Meere

Zur Integration von maritimer Raumplanung und Meeresumweltschutz

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Anja Maurer

Seit Jahrhunderten wurden die Meere als schier unerschöpfliche Ressourcenträger verstanden. Sie bieten Menschen Nahrung, dienen als Transportwege und Rohstoffquelle. Der freie Zugang zu ihnen und ihre freie Nutzung wird nun in Frage gestellt. Neben die Schifffahrt und Fischerei sind neue Nutzungen wie Offshore-Windparks getreten. Gleichzeitig steigt das Bewusstsein, dass eine gesunde Meeresumwelt keineswegs selbstverständlich ist. Hieraus entstehen Interessenkonflikte zwischen wirtschaftlichen Nutzungsansprüchen und ökologischen Schutzinteressen um die zunehmend als knappe Ressource wahrgenommenen Meere. Lösungsstrategien sehen eine rechtliche Überformung der Meere vor, wobei zwei Instrumente im Fokus stehen: Die maritime Raumplanung und der Meeresumweltschutz nach der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie.

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4. Kapitel: Schluss

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4.   Kapitel: Schluss

Denn es gibt keine klare und zwangsläufige Entwicklung; letztlich sind es politische Entscheidungen, die die Entwicklung der Meeresräume steuern.

Hanns Buchholz, IzR 2004, 485

Seit Jahrtausenden sind die Meere als schier unerschöpfliche Ressourcenträger verstanden worden. Sie boten Menschen Nahrung, dienten als Transportwege und waren schließlich gerade auch in der Neuzeit Orte der Entsorgung von Abfällen aller Art. Der freie Zugang zu ihnen und ihre freie Nutzung war Gegenstand von Hugo Grotius’ Schrift über das „mare liberum“ aus dem 17. Jahrhundert, die noch heute als eines der zentralen Werke zur Begründung des Völkerrechts gilt. In den letzten Jahrzehnten allerdings musste die Freiheit der Meere zunehmend infrage gestellt werden. Immer weiter zunehmende Schifffahrt konkurriert in den Meeren mit alten und neuen Nutzungsinteressen wie z.B. der Fischerei oder Offshore-Windparks. Gleichzeitig steigt aber auch das Bewusstsein, dass das Meer keine unerschöpfliche Quelle von Ressourcen ist, sondern dass Fischbestände endlich und eine gesunde Meeresumwelt keineswegs selbstverständlich sind. Hieraus entstehen Interessenkonflikte um die zunehmend als knappe Ressource wahrgenommenen Meere. Und die Konfliktlagen in den Meeren werden immer prekärer. Wirtschaftliche Nutzungsansprüche und ökologische Schutzinteressen konkurrieren um den zur Verfügung stehenden Raum. Gerade in den küstennahen Gewässern konkurrieren unterschiedlichste Nutzungsinteressen miteinander. Dieser Umstand ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten insoweit Gegenstand auch politischer Prozesse geworden, als über Lösungsstrategien für die bestehenden Interessenkonflikte mithilfe einer rechtlichen Überformung...

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