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Kafka für Querdenker

Literaturdidaktische Lektüren

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Karlheinz Fingerhut

Die gesammelten Beiträge thematisieren Kafkas Werk aus Sicht der Literaturdidaktik. Sie fragen nach zukunftsweisenden Lektüre- und Schreibeformen, die Schüler/innen im Unterricht angeboten werden könnten. Der Autor wertet die Vielzahl bisheriger didaktischer Vorschläge aus und versucht auf unterschiedlichen (Um-)Wegen, eine die Leser/innen befriedigende Lektüre anzustoßen. Die Beiträge attestieren somit, dass es keinen generellen Zugang und keine endgültige Deutung von Kafkas Texten geben kann.

Die zusammengetragenen Aufsätze und Vorträge des Autors stammen aus dem akademischen Betrieb und der Lehrerfortbildung und wurden dem heutigen Diskussionsstand angepasst.

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3. Kafkas Beitrag zu Olympia. Schreiben als verrätselte Reaktion auf Lektüren und eigene Texte

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3. Kafkas Beitrag zu Olympia Schreiben als verrätselte Reaktion auf Lektüren und eigene Texte Abstract: Ein Olympiasieger in den Schwimmwettbewerben ist Amerikaner und heißt Norman Ross. Kafka sieht seinen Karl Roßmann, den in die Neue Welt Abgeschobenen, als Sieger in seiner Heimatstadt gefeiert. Aber der Sieger versteht die Sprache nicht mehr. Und er bekennt, auch nicht schwimmen zu können! Der Text – ein Rätsel, das unmittel- bar in einen interessanteren Zeitbezug des Kafka’schen Denkens führt. Im Zentrum des Fragments steht die Sprachproblematik, dass nämlich in Prag 1920 das Tschechische die Nationalsprache geworden ist. Realitätsbruchstücke regen Kafka zu einer Selbst- Reflexion an, die literarisch als Paradoxie erscheint. 1. Die Bedeutung des Schwimmens für Kafka Abb. 3.1. – Die „Civilschwimmschule“ in der Moldau (in: Klaus Wagenbach: Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben. Verlag Klaus Wagenbach. Berlin 1995, S. 37) Natürlich konnte Kafka schwimmen. Er war ein aktiver Gesundheitssportler. In Kuraufenthalten, z. B. im Sanatorium Hartung am Gardasee, in dem auch Tho- mas und Heinrich Mann, Sigmund Freud sich vom Stress ihrer intellektuellen Berufe erholten, schwamm er täglich im See, ruderte lange Strecken. Aber mit dem Schwimmen hatte es eine besondere Bewandtnis. Er lernte es nämlich von seinem Vater, und der Lernprozess war begleitet von der „quälenden Vorstellung“, Kafkas Beitrag zu Olympia Kafkas Beitrag zu Olympia Kafkas Beitrag zu Olympia68 ein Nichts zu sein vor diesem „riesigen Mann, der letzten Instanz“. In seinem Brief an den Vater schreibt er 1919:...

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