Show Less

Kafka für Querdenker

Literaturdidaktische Lektüren

Series:

Karlheinz Fingerhut

Die gesammelten Beiträge thematisieren Kafkas Werk aus Sicht der Literaturdidaktik. Sie fragen nach zukunftsweisenden Lektüre- und Schreibeformen, die Schüler/innen im Unterricht angeboten werden könnten. Der Autor wertet die Vielzahl bisheriger didaktischer Vorschläge aus und versucht auf unterschiedlichen (Um-)Wegen, eine die Leser/innen befriedigende Lektüre anzustoßen. Die Beiträge attestieren somit, dass es keinen generellen Zugang und keine endgültige Deutung von Kafkas Texten geben kann.

Die zusammengetragenen Aufsätze und Vorträge des Autors stammen aus dem akademischen Betrieb und der Lehrerfortbildung und wurden dem heutigen Diskussionsstand angepasst.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

7. Der didaktische Mehrwert spekulativer Lektüren. Zu einigen Parabeln Kafkas im Literaturunterricht SI

Extract

7. Der didaktische Mehrwert spekulativer Lektüren Zu einigen Parabeln Kafkas im Literaturunterricht SI Abstract: Die Überlegungen zum didaktischen Mehrwert spekulativer Lektüren machen ein Versprechen. Es sollen ungewohnte und überraschende Beobachtungen gemacht und bearbeitet werden können. „Spekulative Lektüre“ verbindet genaues Lesen mit Fantasie- arbeit. Es ist eine Form der Lektüre, die weniger zu einer „soliden Interpretation“ beiträgt, die aber die Möglichkeit eröffnet, dass Lesende sich selbst in dem Gelesenen wiederfinden und dabei aber auch ihren Verstand einsetzen und „analytisch“ arbeiten und die Not- wendigkeit von Kenntnissen und Orientierungswissen erfahren. 1. Förderung des literarischen Lesens In einer „didaktischen Modellierung des Lesens“ unternimmt es der Sprach- didaktiker Jakob Ossner, ein einheitliches Kompetenzmodell aufzustellen. (Oss- ner 2003) Jedes Lesen sei einerseits „textorientiert“, also in Bezug auf die im Text enthaltenen Informationen zu sehen, andererseits „leserorientiert“, also in Bezug auf das Wissen und die Einstellungen, die der Text in seinem Leser mobilisiere. Dabei unterstellt „Textorientierung“, dass die Frage, wovon der Text handle, ein- deutig zu beantworten sei. Dementsprechend versteht man einen Text richtig oder falsch. „Leserorientierung“ hingegen konzentriert sich auf den Text, der im Kopf des Lesers entsteht. Der ist Ergebnis des Zusammenspiels von Textvorlage, schlussfolgerndem Denken des Rezipienten, seinem Wissen und seinen Einstel- lungen. Hier entscheidet über den Erfolg des Verstehens die Angemessenheit. Angemessen ist ein Textverständnis, wenn viele Belege aus dem Text wider- spruchsfrei in eine Deutung einbezogen werden können. Es müsse möglich sein, die beiden Aspekte des Lesens in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.