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Deutsche Sprachkomik

Ein Überblick für Übersetzer und Germanisten

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Rainer Kohlmayer

Der Autor stellt den Humor der deutschen Sprache und Kultur auf den Prüfstand. Anhand von Beispieltexten und Interpretationen gibt er Einblicke in die Höhepunkte der Sprachkomik vom Mittelalter bis heute. Neben Klassikern wie Eulenspiegel, Heine, Büchner, Nestroy, Loriot, Gernhardt stehen ungewöhnliche Beispiele wie Wittenwilers Ring oder die ironische NS-Kritik, die Sander in seine Wilde-Übersetzung hineinschmuggelte. Der Autor vergleicht und kritisiert die Komiktheorien Bergsons und Freuds, erläutert die linguistischen Witztheorien und bricht eine Lanze für Zijdervelds These, Komik sei eine Form des gewaltlosen Widerstands. Der Schlussteil bringt vier kommentierte Beispiele für die Übersetzung von sprachspielerischen Texten aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche.

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8. Kapitel. Die deutsche Komiktradition im Überblick

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Es geht in diesem langen historischen Kapitel nicht um eine enzyklopädische Aufzählung, sondern um eine möglichst repräsentative Auswahl, bei der ich in einigen Fällen – aber immer mit kritischer Distanz – Hans-Dieter Gelfert (1998) folge, der sich aus dezidiert anglistischer Perspektive um den Blick von außen auf die deutsche Komik bemüht, was ich mir in diesem Buch ebenfalls vorgenommen habe. Ich setze aber, aus dezidiert interkulturell-germanistischer Perspektive, andere Akzente und füge Namen hinzu, die zu den Höhepunkten deutscher und europäischer Sprachkomik gezählt werden müssen: angefangen von Wittenwiler über Heine, Büchner, Nestroy, das deutsche Kabarett bis in die Gegenwart Loriots und Gernhardts.

Während also im II. Teil eher die Komik-Defizite der deutschen Sprache und Hochkultur im Vordergrund standen, treten im III. Teil meines Buches die Satiriker und Humoristen auf, die mit den spezifischen Mitteln der deutschen Sprache bleibende Kunstwerke schufen: Heines satirische Lyrik, Nestroys Sprachverzauberung, Gumppenbergs Wortkaskaden, Gernhardts Spiel mit traditionellen Formen; von Zuckmayers dramaturgischer Beherrschung der verschiedensten deutschen Mundarten war schon im vorhergehenden Kapitel die Rede.

In diesem Hauptteil der Arbeit stehen die Texte im Vordergrund, damit die konkrete Leseerfahrung mit transparenten Analysen verbunden werden kann. Gerade bei komischen Texten scheint mir die eigene Lese- oder Hör-Erfahrung unerlässlich zu sein. Wer es als Übersetzerin mit der Re-Produktion von Komik ins Deutsche oder aus dem Deutschen zu tun bekommt, soll hier also einen Überblick erhalten, was im Deutschen an sprachlicher Komik...

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