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Deutsche Sprachkomik

Ein Überblick für Übersetzer und Germanisten

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Rainer Kohlmayer

Der Autor stellt den Humor der deutschen Sprache und Kultur auf den Prüfstand. Anhand von Beispieltexten und Interpretationen gibt er Einblicke in die Höhepunkte der Sprachkomik vom Mittelalter bis heute. Neben Klassikern wie Eulenspiegel, Heine, Büchner, Nestroy, Loriot, Gernhardt stehen ungewöhnliche Beispiele wie Wittenwilers Ring oder die ironische NS-Kritik, die Sander in seine Wilde-Übersetzung hineinschmuggelte. Der Autor vergleicht und kritisiert die Komiktheorien Bergsons und Freuds, erläutert die linguistischen Witztheorien und bricht eine Lanze für Zijdervelds These, Komik sei eine Form des gewaltlosen Widerstands. Der Schlussteil bringt vier kommentierte Beispiele für die Übersetzung von sprachspielerischen Texten aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche.

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Vorwort

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Das vorliegende Buch geht auf eine Vorlesung zurück, die ich in Germersheim mehrmals vor deutschen und ausländischen Studierenden der Germanistik und Übersetzungswissenschaft gehalten habe. Das merkt man dem Text hoffentlich noch an – im eher persönlichen Ton, in der Suche nach Verständlichkeit, in der Außenperspektive, in den vielen Beispielen, die das Interesse des jungen Publikums zu erhalten versuchten.

Soweit ich sehe, gibt es auf dem Büchermarkt keinen vergleichbaren Überblick über die deutsche Sprache und Kultur unter dem Aspekt der Komik und ihrer Übersetzung. Aber ich habe natürlich sehr viel aus der Lektüre anderer Forscher gelernt, wie das Literaturverzeichnis andeutet. Bei vielen literarischen Quellen zitiere ich – dem studentischen Budget zuliebe – lieber aus den erschwinglichen Ausgaben der Reclam UB.

Im Grunde kann kein Lehrer seinen Studenten etwas Besseres beibringen als die Lust zum Selberdenken und Selbermachen. In der Zeit der Modularisierung und Digitalisierung sind die wissenschaftlichen Tugenden der Kritik und der Fantasie vielleicht etwas in den Hintergrund geraten. Von Fröhlicher Wissenschaft ganz zu schweigen. Wenn Wissenschaftler die Komik mit terminologischem Purismus und in germanistischer Forschungsberichtsprosa in Angriff nehmen, vergeht den Lesern das Lachen. Ein kleiner Vorteil des Buches ist vielleicht, dass ich an der Uni zahlreiche Komödien übersetzt und inszeniert habe, die inzwischen an vielen deutschsprachigen Bühnen gespielt wurden. Mein Buch möchte jedenfalls Lust machen auf die deutsche Komiktradition und auf das Nachdenken darüber. Nach dem Lesen des Buches sollten die Leserinnen und Leser...

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