Show Less
Restricted access

„… in tausend schimmernden Klangfarben …“

Glanz und Schatten der gitarristischen Virtuosität im 19. Jahrhundert – eine Untersuchung der Spielpraxis

Series:

Leila Gudlin

Die gitarrenbezogene historische Auffassung der Virtuosität sowie die Verbalisierung spielpraktischer Ansätze aus dem 19. Jahrhundert sind die Hauptthemen dieses Bandes. Die Untersuchung der Virtuosität basiert auf einer vergleichenden Analyse zwischen Bearbeitungen und deren Vorlagen, welche durch das Heranziehen von Gesangslehrbüchern, Instrumentalschulen und Konzertberichten ergänzt wird. Der Klang und die unterschiedlichen Klangkonzepte wie z. B. die musikalische Gestaltung mit Klangfarben oder das instrumentale Singen bilden den Kern der gitarristischen Virtuosität und werden praxisnah dargelegt.

Show Summary Details
Restricted access

6 „In tausend schimmernden Farben“ – Das differenzierte Bild der virtuosen Spielpraxis

Extract

| 351 →

6 „In tausend schimmernden Farben“1169 – Das differenzierte Bild der virtuosen Spielpraxis

In den letzten Jahrzehnten ist das Interesse der Gitarristen daran gestiegen, Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert, auch auf Grundlage historisch-aufführungspraktischer Quellen zu interpretieren. Daraus hat sich auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer instrumentspezifischen Spielpraxis entwickelt.

Diese Thematik ist bislang kaum Gegenstand musikwissenschaftlicher Abhandlungen gewesen, denn fundierte Studien zur Gitarre gehören großteils zur Historiografie – entweder als Beiträge zur Geschichte der Gitarre in einzelnen Ländern oder als Biografien bedeutender Gitarristen. Studien zur gitarristischen Spielpraxis sind hingegen rar. Die vorliegende Arbeit versucht, diese Lücke zu füllen und eine musikwissenschaftliche Methodik im Umgang mit diesem Thema zu etablieren.

Die virtuose Gitarrenspielpraxis des 19. Jahrhunderts ist ein komplexes Sujet, das einer vielschichtigen Untersuchung bedarf. Sie ist in ihrem musikkulturellen Kontext tief verankert und die spielpraktische Ebene muss um die Untersuchung der Kultur dieser Zeit ergänzt werden. Ohne diesen Kontext ist eine genaue Behandlung einzelner spielpraktischer Elemente nicht möglich. Diese Untersuchung erweist sich allerdings als problematisch, denn die gitarristische Spielpraxis ist einerseits Teil des Instrumentalunterrichts und andererseits auch der Musikwissenschaft und fügt sich daher nicht nahtlos in die Reihe musikwissenschaftlicher Forschungsgegenstände ein. Das für den Umgang mit dem Thema notwendige Wissen stammt aus beiden Fachbereichen. Auf der einen Seite steht die genaue praxisnahe Kenntnis des Instrumentes und der Musikausführung, auf der anderen ein sicherer Umgang mit wissenschaftlichen Arbeitstechniken und die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.