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Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

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Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

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3 Soziale Repräsentationen

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Ziel des Kapitels ist es, die für die vorliegende Arbeit zentralen Perspektiven der Theorie der sozialen Repräsentationen, die als epistemologisches Modell in einen diskurslinguistischen Ansatz eingebettet wird (siehe Kap. 5), vorzustellen. Auf hier erläuterte theoretische und methodische Konzepte greife ich im Rahmen der em- pirischen Untersuchung sowohl im Zuge der Datenerhebung als auch der Daten- analyse zurück. Sie dienen der empirischen Erfassung gruppenspezifischen und konventionalisierten Wissens und ermöglichen die Erforschung der Wahrnehmung der Straßburger Neustadt durch die Probandengruppe – vor dem Hintergrund des Neustadt- Diskurses101 und unter Rückgriff auf das erhobene Textkorpus (Fragebögen und Interviews). Zunächst werden die Ursprünge, die Grundkonzepte und die Entwicklungen der Theorie – sowie die Forschungsbereiche, in denen sie Anwendung findet – darge- legt. Anschließend beleuchte ich gezielt zwei im Umfeld der Theorie erarbeitete Konzepte – la théorie du noyau central (vgl. Abric 2003b) und l’hypothèse de la zone muette (vgl. Abric 2003b; Guimelli/Deschamps 2000) –, die für den diskurs- linguistischen Ansatz operationalisiert werden. 3.1 Ursprünge, Konzepte und Verbreitung der Theorie der sozialen Repräsentationen Ziel des Kapitels ist es, die Grundkonzepte der Theorie der sozialen Repräsentatio- nen sowie ihre Verbreitung in unterschiedlichen Forschungsbereichen vorzustellen. Zuerst werden die Ursprünge und Entwicklungen der Theorie sowie ihre bedeutend- sten Konzepte betrachtet; danach werden verschiedene Forschungsperspektiven beleuchtet, die sich auf den sozialpsychologischen Ansatz stützen. 3.1.1 Grundzüge und Entwicklung der Theorie Das Potenzial der Theorie der sozialen Repräsentationen (vgl. Moscovici 1961) liegt darin begründet,...

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