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Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

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Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

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11 Oberflächenstrukturen des Textkorpus: Regelmäßigkeiten im Diskurs

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Ziel des Kapitels ist es, das transkribierte Interviewkorpus zu vermessen und auffäl- lige Muster des Sprachgebrauchs auf der Textoberfläche des Diskurses zu ermitteln. Dazu werden quantifizierende bzw. lexikometrische Verfahren bemüht – Frequenz- analysen und Kollokationsanalysen  –, die unter Rückgriff auf das Interview- Gesamtkorpus (bzw. auf die für die computergestützten Analysen formatierten Korpusversionen) mit den Softwareprogrammen Iramuteq und Sketch Engine durchgeführt werden. Neben Häufigkeitsverteilungen diskursiv zentraler lexika- lischer Einheiten – und deren Kollokationsprofilen – werden thematisch- assoziative Referenzpunkte auch in quantifizierenden Gegenüberstellungen der Korpora (Fra- gebogenkorpus – Interviewkorpus) in den Blick genommen, um Schlüsselwörter zu identifizieren, die anschließend im Zuge der Frame- Analyse in Hinblick auf ihre diskursiven Prägungen näher untersucht werden. Eine Zusammenfassung schließt das Kapitel ab. 11.1 Frequenzanalyse: Vermessung des Wortschatzes im Diskurs Ziel der Analyse der Häufigkeitsverhältnisse lexikalischer Einheiten im Korpus ist es, den Wortschatz des Diskurses zu vermessen und rekurrente Sprachgebrauchs- muster aufzudecken. Durch die Verknüpfung mehrerer Analyseschritte (Frequenzen, Kollokationen, thematisch- assoziative Referenzpunkte) können dabei Schlüsselwör- ter identifiziert werden, die in weiteren – tendenziell qualitativ ausgerichteten – Untersuchungsschritten im Zentrum stehen. Ein Schlüsselwort wird hier definiert als ein lexikalischer „Ausdruck, der in bestimmten Kommunikationsprozessen einen zentralen Stellenwert einnimmt, insofern er wiederholt zum Gegenstand der Aus- einandersetzung wird“ (Ziem 2014: 67). Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf solche rekurrent auftretenden Einheiten, denn der vorgestellte interdisziplinär ausgerichtete diskurslinguistische Ansatz beruft sich auf das Frequenzprinzip, nach dem „die Frequenz des Auftretens eines sprachlichen Ausdrucks...

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