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Diskurslinguistische Perspektiven auf Soziale Repräsentationen

Kognitiv-semantische Untersuchungen von Vorstellungsfeldern zur Straßburger Neustadt

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Johannes Dahm

Im ausgehenden 19. Jahrhundert entstand in Straßburg unter deutscher Verwaltung ein Gründerzeitviertel, das bis heute gut erhalten geblieben ist und im Jahr 2017 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Der Autor untersucht die Wahrnehmung des «deutschen» Viertels durch die ansässige Bevölkerung zu einem Zeitpunkt, an dem das für jahrzehntelang ignorierte Bauensemble im lokalen Diskurs plötzlich wiederentdeckt und neu verhandelt wird. Anhand von erhobenen Korpora (Fragebögen und Interviews) und vor dem Hintergrund der Theorie der sozialen Repräsentationen nutzt die interdisziplinäre Forschungsarbeit das Potenzial eines framebasierten, diskurssemantisch informierten Untersuchungsansatzes für die kognitionslinguistische Erforschung gesellschaftlicher Wissenssysteme. Hierfür greift der Autor auf lexikometrische Verfahren zurück.

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13 Semantische Frames zur diskursiven Erfassung sozialer Repräsentationen: Vorstellungsfelder zur Straßburger Neustadt

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Das Anliegen dieses Kapitels ist es, die im Zuge der quantitativ und qualitativ ausgerichteten Untersuchungsverfahren erzielten Analyseergebnisse in Hinblick auf die eingangs gesetzten Forschungsziele zusammenzufassen. Das Augenmerk richtet sich dabei vor allem auf das Potenzial des framebasierten, diskurssemantisch inspirierten Ansatzes, das in vorliegender Arbeit dezidiert für die diskursiv infor- mierte Erforschung sozialer Repräsentationen genutzt wurde. Maßgeblich für die produktive und zielführende Kopplung der Theorie der sozialen Repräsentationen an den framebasierten und diskurslinguistisch ori- entierten Untersuchungsansatz – dessen Hauptanliegen darin besteht, kollektive bzw. gruppenspezifische Vorstellungsfelder im Diskurs zu erforschen – sind zwei entscheidende Merkmale bzw. Eigenschaften, die gleichermaßen der Sprache und sozialen Repräsentationen inhärent sind. Einerseits handelt es sich um soziale, andererseits um kognitive Kräfte, die sowohl den Sprachgebrauch als auch den Akt des Vorstellens (oder: den Akt des Repräsentierens) anleiten – und damit im Zuge der vorliegenden Studie beleuchtete dynamische Prozesse in Strukturgefügen sozio- kognitiver Repräsentationsformate prägen. Sowohl die Theorie der sozialen Repräsentationen als auch die linguistisch infor- mierte Frame- Theorie unterstreichen die Relevanz sozialer ebenso wie kognitiver Wirkungskräfte, die auf Generierungsprozesse und hierarchische Anordnungen sozio- kognitiver Strukturelemente in Repräsentationsgefügen – unter dem Einfluss der durch tiefendiskursive Vernetzungsgeflechte gesetzten Akzente – gleicherma- ßen einwirken. Die zwei Theorien setzen allerdings unterschiedliche Schwerpunkte. So liegt die Stärke der Theorie der sozialen Repräsentationen zweifelsohne darin, dass sie einen sozialwissenschaftlich motivierten Wissensbegriff konzeptualisiert: Der praktische Nutzen und die pragmatische Dimension sozialer Repräsentationen wird unterstrichen; soziale Repräsentationen fungieren...

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