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Arabische Sprache im Kontext

Festschrift zu Ehren von Eckehard Schulz

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Edited By Beate Backe, Thoralf Hanstein and Kristina Stock

Den Eintritt in den «Ruhestand» von Eckehard Schulz, Professor für Arabische Sprach- und Übersetzungswissenschaft an der Universität Leipzig von 1993 bis 2018, haben nationale und internationale Fachkolleg*innen und Schüler*innen zum Anlass genommen, um in ihren Beiträgen aufzuzeigen, wie relevant die arabische Sprache und vor allem deren angemessene Beherrschung mittlerweile in den verschiedenen Bereichen von Wissenschaft und Praxis geworden sind. Unter Beachtung der aktuellen politischen und sozialen Gegebenheiten erstreckt sich der Kontext von den Teilgebieten der Linguistik – wie z.B. der Übersetzungswissenschaft, Grammatik und Dialektologie – über Politik- und Rechtswissenschaft sowie Didaktik und Ethnologie bis hin zu den Medienwissenschaften und zur Informatik.

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„Gesundheit, oh Eselfohlen!“ – Sprechhandlungen im Ägyptisch-Arabischen (Charlotte Schmidt)

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„Gesundheit, oh Eselfohlen!“Sprechhandlungen im Ägyptisch-Arabischen

Charlotte Schmidt, Leipzig

Einleitung

Mit dem berühmten Werk „How to do things with words“ lenkte bereits im Jahre 1962 John Langshaw Austin das Interesse der anglosächsischen Linguistik auf Sprechhandlungen. Daraus etablierte sich ein großes Forschungsgebiet. Als dann John Rogers Searle 1969 seine „Speech Acts“ veröffentlichte, kamen sogar philosophische Überlegungen dazu, die unter anderem die Tragweite von sprachlichem Handeln beleuchteten. Bis heute werden dazu Untersuchungen angestellt. Sprechhandlungen werden meist basierend auf der englischen Sprache und ausgehend von Austins und Searles Sprechakttheorie beschrieben. Es gibt aber auch Untersuchungen, die sich auf andere Sprachen beziehen.

Arbeiten zu Sprechhandlungen im Zusammenhang mit der arabischen Sprache oder kontrastive Analysen, z.B. zum Sprachenpaar Arabisch – Deutsch, gibt es nur in ersten Ansätzen. Betrachtet man die traditionellen sprachlichen Untersuchungen der ersten arabischen Grammatiker und anderer Gelehrter, vor allem aus der kulturellen Blütezeit der Abbasiden (750–1258 n.Chr.), stellt man fest, dass darin bereits einige pragmatische Aspekte erläutert wurden, wie zum Beispiel bei dem Rhetoriker Abū Bakr ʿAbd al-Qāhir al-Ğurǧānī (gest. 1078), dem Rhetoriker und Grammatiker as-Sakkākī (gest. 1229), dem Philologen und Grammatiker Ibn Fāris1 (gest. 1004) oder dem malikitischen Rechtsgelehrten Šihāb ad-Dīn al-Qarāfī (gest. 1285).2

Nachdem sich nach und nach eine wissenschaftliche Rhetorik herausgebildet hatte, die auch einzelne Stilmittel klassifizierte, unterteilte man diese in drei Gebiete der Rhetorik balāġa): (ʿilm al-maʿānī „Lehre der Bedeutungen...

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