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Zeit- und Alterstopik im Minnesang

Eine Untersuchung zu Liedern Walthers von der Vogelweide, Reinmars, Neidharts und Oswalds von Wolkenstein

Series:

Simone Loleit

Der Band präsentiert ein grundlegendes systematisch-theoretisches Gesamtkonzept zur Erforschung minnesangspezifischer Zeit- und Alterstopik sowie innovative Ergebnisse zur Walther-, Reinmar-, Neidhart- und Oswald-Philologie. Die Analysen widmen sich sowohl ‚kanonischen‘ als auch seltener behandelten Liedern der vier Autoren und arbeiten unter anderem mit Verfahren der rhetorischen und literaturwissenschaftlichen Toposforschung, der Varianzforschung und der Erzähltextanalyse.

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

Einleitung

1. Zeittopik

2. Gegenstand, Methodik und Untersuchungsziele

3. Aufbau der Untersuchung

Teil I: Grundlagen: Topik und Minnesang

1. Ansätze der Toposforschung

1.1. Zum Realitätsgehalt von Topoi

1.2. Topik und (poetische) Argumentation

1.3. Topos und Metapher

2. Beweisführung, Erfahrung, ‚Meinung‘ und Dialogizität

2.1. Enthymem und Paradeigma

2.2. Zur Kategorie der Erfahrung

2.2.1. Zur Kategorie der Erfahrung im Minnesang – die Ansätze Brinkmanns und Eikelmanns

2.2.2. Zum geschichtswissenschaftlichen Erfahrungsbegriff nach Koselleck und seiner Relevanz für die Toposforschung

2.3. Dialektik und Dialog — eine Frage der Form?

2.3.1. Wie sol man gewarten dir – Walthers Weltabsage

2.3.2. Welt, ich hân dînen lôn ersehen – zur Strophe L 67,8 des ‚Alterstons‘

2.4. Minnesang als ‚Meinungsbildung‘

2.4.1. Voraussetzungen endoxaler Verständigung in der antiken Topik und im Minnesang

2.4.2. Minneauffassung zwischen Konsens und Kontroverse←5 | 6→

2.5. Zur doppelten Adressatenstruktur der Lieder

2.5.1. Verbaler Schlagabtausch – Walthers Dialoglied Ich hœre iu sô vil tugende jehen

2.5.2. Kontroverse und Persuasion in Liedern Walthers und Reinmars

Teil II: Grundlagen: Zeit und Minnesang

1. Zeit und Zeitlichkeit

1.1. Vom Umgang mit der Zeit

1.1.1. Kairos

1.1.2. Konstellationen der Weltabsage in Walthers ‚Abschiedsdialog‘, ‚Alterston‘ und Ein meister las

1.1.3. Zeitverschwendung als Sünde in den Liedern Kl 39, Kl 10 und Kl 6 Oswalds von Wolkenstein

1.2. Zeitlichkeit und Ewigkeit

1.2.1. Augustinus: Sprechen über die Zeit

1.2.2. Zeit und Schöpfung – problematische Schönheit (Augustinus, Minnesang)

1.2.3. Die Schlussstrophe der ‚Lebensballade‘ (Kl 18)

1.2.4. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft (I)

1.2.5. Tempusgebrauch in Reinmars Lied Ich wirbe umbe allez, daz ein man

1.3. Zeit(gerüst) und Argumentation

1.3.1. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft (II)

1.3.2. Aussagen zur Zeit im Umfeld antiker Topik und Rhetorik

1.3.3. Zeit, Narration und Argumentation

1.3.4. ‚Erlebte Zeit‘ in Oswalds Ain anefangk

1.4. Lyrische Aneignungen apokalyptischen Zeitdenkens

1.4.1. Zeitknappheit, Frühkapitalismus und Apokalyptik

1.4.2. Apokalyptisches Zeitdenken im Minnekontext (Oswald, Kl 68, Walther, L 48,12)

2. Lebensalter, Jahreszeiten, Generationen

2.1. Denken in Analogien

2.1.1. Modelle zur Unterteilung der Lebensalter

2.1.2. Frauenpreis und Jahreszeiten-, Kosmos- und Naturvergleiche im Minnesang

2.1.3. Neidharts ‚liebeslustige Alte‘←6 | 7→

2.2. Lebensalterwissen

2.2.1. Wissen über altersangemessenes Verhalten

2.2.2. Das christliche Ideal der Alterstranszendenz

2.3. Linearität und Zyklizität

2.3.1. Lebensalter

2.3.2. Generationen

Teil III: Minnesangspezifische Ausprägungen der Zeittopik

1. Geliebte Frau Welt

1.1. Frau Welt-Topos und Zeittopik

1.1.1. Exkurs wandel/wandelbære

1.2. Welt und Minne

1.2.1. Zur religiösen Verwendung des Welttopos in Liedern Walthers und Oswalds

1.2.2. Drehbewegungen

1.2.3. Zum Verhältnis von Welt- und Minnedienst in Liedern Walthers

1.2.4. Weltschelte und Frauenkritik in Liedern Neidharts

1.2.5. Welt- und Minnedienst in Liedern Oswalds von Wolkenstein

1.3. Welt und Alter

1.4. Grundkonstellation der Lieder mit (Frau) Welt-Topos

2. Vergangenheiten

2.1. Perspektiven in und auf Zeit

2.1.1. Gegenwärtige Vergangenheit

2.1.2. Antizipiertes Erinnern/Vergessen

2.1.3. Ubi sunt-Topik

2.1.4. Der ‚Spiegelraub‘ als zeitlicher Nullpunkt

2.1.5. Perspektivische Verschiebungen im Zusammenhang mit Zeitklage und laudatio temporis acti

2.2. Rückblick

2.2.1. Die Position des ungevüegen im Kontext von Zeitklage und laudatio temporis acti

2.2.2. Wiederkehr der alten Zeiten? Zeitaktuelles bei Neidhart

2.2.3. Minnebezogene Zeitklagen

2.3. Rückblick aus religiöser Perspektive←7 | 8→

3. Minnevergangenheit

3.1. Klassifikation, Abgrenzungskriterien und Materialsammlung

3.2. Lesbarkeit nach dem Muster der Biographie/Chronologie?

3.3. Gegenwart des Vergangenen

3.3.1. Eine nicht enden wollende Geschichte: Neidharts Dörper

3.3.2. Bedeutsame Momente und Dauer

3.3.3. Individualisierte Gegenwartsklage und Vergangenheitslob

3.3.4. Exkurs: Lese-Buch-Geschichten?

3.4. Narration und Persuasion

3.4.1. Liedübergreifende Vergangenheit?

3.4.2. Vergangenheitskonstruktionen im Wechsel

3.4.3. Nonverbale Kommunikation

Ausblick

Literaturverzeichnis←8 | 9→