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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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Aus der Frühgeschichte der persona

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Theo Kobusch schreibt: „Der Begriff der Person ist … ein weltweit verstehbarer und in diesem Sinne universaler Begriff geworden. Er ist es – wie betont werden muss – geworden. Das wirft die Frage auf, woher er stammt und wie er sich zu einem Fundamentalbegriff moderner Verfassungen hat entwickeln können. Offenkundig gehört er zum Begriffsreservoir des abendländischen, logoszentrierten Denkens. Aber Plato und Aristoteles, ja die Griechen überhaupt, die Römer und die gesamte Antike, auch die christliche Antike, haben diesen Begriff der mit Würde ausgestatteten Person nicht gekannt.“23

Aber die Römer der Kaiserzeit haben den Begriff der persona gekannt. Und zwei durch ihre Schriften bis heute bekannten Staatsmänner, Philosophen der jüngeren Stoa jener Zeit, haben immerhin schon in einem Sinne von der persona geschrieben, der sich zwei Generationen später bei einem dritten Philosophen der jüngeren, jetzt wieder griechischen Stoa, erweitert und vertieft finden lässt, in dessen Begriff prosopon.

Diesen Zusammenhang klären die zwei folgenden Kapitel heraus. Die Karriere der Person in der Lautgestalt persona beginnt im Rom der Kaiserzeit, im Drama. Dies, wie schon einmal betont, ist dreifach gemeint: Erstens als Drama auf der Bühne des altrömischen Theaters, als Theaterprozess. Zweitens als Drama auf der Bühne des altrömischen Gerichtes, als Gerichtsprozess. Drittens als Drama auf der Bühne der altrömischen Gesellschaft, als Gesellschaftsprozess. Auf dieser dritten, öffentlichen Bühne spielt Marcus Tullius Cicero eine bedeutende Rolle – nicht zuletzt durch seine mit...

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