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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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4 Die persona im römischen Staat der Kaiserzeit

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Die Wortgestalt persona tritt früh in jenem lateinischen Schrifttum auf, das sich zuerst (1) auf das römische Theaterwesen, sodann (2) auf das römische Gerichtswesen und schließlich (3) auf die römische Gesellschaft der Kaiserzeit bezieht. Unsere Betrachtung in dieser Reihenfolge wird zeigen, dass persona ursprünglich nicht für ein Inneres, sondern für ein Äußeres des einzelnen Menschen steht, und (4) dass dieser Sinngehalt der antiken Wortgestalt bis in unsere Zeit gelegentlich noch nachwirkt, entgegen der längst vollzogenen Umwendung vom Äußeren zum Inneren.

1

In der altrömischen Literatur zum Theater steht persona zuerst (1.1) für die Maske des Schauspielers, sodann (1.2) für seine Rolle und schließlich (1.3) allgemein für Verkleidung.

1.1

Das Wort persona steht ursprünglich für die Maske des Schauspielers im altrömischen Drama. Nach gegenwärtigem Wissen ist persona, die Maske – wohl vor allem die Gesichtsmaske – zwar erst verhältnismäßig spät im römischen Theater allgemein verwendet worden, nämlich im ersten Jahrhundert nach Christus, jedoch: „Immerhin waren Wort“ – nämlich persona – „und Sache“ – nämlich Maske – „längst – sicherlich seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. – in Rom bekannt: die Spieler der Fabula Atellana, einer volkstümlichen Posse, trugen wohl seit jeher Masken; außerdem veranstaltete die Pfeifergilde, das collegium tibicinum, an ihrem Jahresfeste maskierte Umzüge.“24

Die persona ist die Maske des Darstellers vor allem göttlicher...

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