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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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16 Luther: Person, die volkstümliche Wortgestalt mit zweifachem Sinngehalt

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16 Renaissance

Die Persönlichkeit tritt auf – und die Person tritt ab

Gesetzt den Fall, wir sind der spitzfindigen alten scholastischen Spekulationen um die göttlichen tres personae müde und wenden uns in jugendlicher Unbekümmertheit den Göttern des alten Griechenland wieder zu und feiern mit ihrer auch unsere neue Geburt aus altem Geiste. Der Fall ist längst eingetreten, folgenreiche Geschichte geworden. Renaissance. Diesen Begriff setzt (1860) der Basler Kulturhistoriker Jacob Burckhardt228 für die abendländische Kulturepoche ein, die in Italien ihren Anfang und Höhepunkt hatte.

Wiedergeburt griechischer und römischer Antike in der kurzen Zeitspanne etwa von der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts bis ins sechzehnte Jahrhundert. Mehr Europa geht nicht, geht damals noch nicht. Im Unterschied zu allen anderen Kapiteln unserer Betrachtung wird in diesem Kapitel nun eine Geschichtsepoche betrachtet, aus einem Grund, in den jetzt ein erster Blick gerichtet wird. Ein Blick aus unserer Warte, in Erwartung neuer Erkenntnisse aus der Geschichte der persona. Es ist ein Blick des Erstaunens:

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Betrachten wir die Renaissance einmal als Spiel abendländischen Geistes mit seinen neuen Kräften aus seinen alten Gestalten auf der öffentlichen Bühne. Richten wir nun von unserem Platz aus einen Blick in das Programmheft zu diesem Spiel. Auf der Bühne wird sich Seltsames abspielen: Voll Selbstgewissheit und Eigenwillen tritt in der wissenschaftlichen und poetischen Literatur das neu entdeckte Individuum und in der Politik und in den Künsten tritt...

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