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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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26 Fichte: Die Person als Werkzeug der Idee

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26 Fichte

Die Person als Werkzeug der Idee

Johann Gottlieb Fichte (gest. 1814) erklärt in der Vorrede zu seiner Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre,405 die er im Jahr 1794 herausbringt, sein philosophisches „System“ werde die Philosophie Kants weiterführen und gar vollenden. Über diesen Anspruch schreibt Georg Mohr: „So bedenklich solche Selbstcharakterisierungen, mit denen sich Philosophen als ‚Vollender‘ in die Nachfolge anderer Philosophen stellen, oft sein mögen, gerade im Fall von Fichtes Personbegriff in bezug auf den Kantischen lässt sie sich gut rechtfertigen.“406

Diese Rechtfertigung kann sich darauf stützen, dass Fichte in seiner Schrift Grundlage des Naturrechts407 von der Person ausgeht und diesen Begriff wenn auch nicht oft, so doch an entscheidenden Stellen verwendet und damit zeigt, dass er faktisch von Kant das Argument praktischer Vernunft übernimmt, welches hier wie folgt zum Ausdruck gebracht wird: Im Recht wird zu Recht von der menschlichen Personalität gesprochen, und zwar in dem Sinne, dass das menschliche, das vernunftbegabte, das freie Wesen als Zweck an sich selbst in seiner Würde zu achten ist, nämlich als Person. Da die Grundlage des Naturrechts von Fichte seine Wissenschaftslehre ist, muss dieses Werk jetzt wenigstens auf seinen Grundsatz hin betrachtet werden.

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Die erste Einleitung in die (von Fichte oft überarbeitete) Wissenschaftslehre beginnt so: „Merke auf dich selbst: kehre deinen Blick von allem, was dich umgibt, ab, und in dein Inneres: es ist die erste Forderung, welche die Philosophie an...

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