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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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34 Lersch: Der Aufbau der Person

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34 Lersch

Der Aufbau der Person

Philipp Lersch (gest. 1972), Professor der Psychologie an den Universitäten in Breslau, Leipzig und München – von der verstehenden Psychologie der Geisteswissenschaft herkommend und der Ganzheitspsychologie der Zwanzigerjahre verbunden (und während der Vierzigerjahre manchmal in verfänglicher Nähe zu Naziherrschaften, dann nach seiner Entnazifizierung als Mitläufer) – in der Nachkriegszeit einer der führenden Vertreter der Psychologie des Ausdrucks und Charakters, 1954/55 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, gibt mit dem Titel seines Hauptwerks den Anlass zu einer kritischen Betrachtung: Aufbau der Person.780

Dieses Werk – eine geisteswissenschaftlich ausgerichtete, phänomenologisch forschende Seelenkunde, eine aus der Erfahrung inneren Erlebens schöpfende Seelenlehre – gilt als Klassiker unter den älteren Lehrbüchern der Psychologie. Person – seit der vierten Auflage dieses einflussreichen Werks in dessen Titel endgültig an die Stelle von ursprünglich Charakter getreten – wird von Lersch als philosophischer Begriff geltend gemacht und trägt einen Akzent, der lebensphilosophische und existenzphilosophische Motive miteinander verbindet.

Nicht von ungefähr finden sich in diesem Werk die Hinweise auf Ludwig Klages (oft auch kritisch) und auf Karl Jaspers bei Weitem häufiger als die Namen aller anderer Autoren. Klages verdankt das für seinen Begriff der Person für uns Entscheidende der Existenzphilosophie von Jaspers.

Aber der Titel Aufbau der Person macht stutzig. Kann bei der Person, wie dieser philosophische Begriff sich über zweitausend Jahre entfaltet hat, überhaupt von einem Aufbau gesprochen werden? Setzt...

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