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Was bedeutet es, Person zu sein?

Theodor Rütter

Person zu sein: Was bedeutet das für die Ethik der Zukunft und für unsere Moral heute im Umgang mit uns selbst und im mit einander?

Diese Frage wirft sich aus einem aktuellen Problem auf

− Aus der Digitalisierung aller Lebensbereiche und damit zunehmender Depersonalisierung;

− Aus modernen Technologien und damit verbundenen Ideologien, die immer tiefer in unseren Umgang mit einander und mit uns je selbst eindringen;

− Aus philosophischen Konzepten, die an Hirnforschung und Künstlicher Intelligenz orientiert das Personsein manchen menschlichen Wesen aberkennen und manchen Rechenmaschinen zuerkennen.

Das Buch entfaltet die Antwort auf die in seinem Titel aufgeworfene Frage historisch und systematisch: aus praktischer Vernunft, die sich an den Verstand wendet, das heißt, aus der raison du cœur.

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38 Strawson: Der Begriff der Person ist nicht reduzierbar

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38 Strawson

Der Begriff der Person ist nicht reduzierbar

Peter Frederick Strawson (gest. 2006), Professor of Metaphysical Philosophy an der Universität Oxford von 1968 bis 1987, untersucht kritisch von Descartes aus und in Orientierung an Kant logische Strukturen der alltäglichen Sprache und des darin zum Ausdruck kommenden durchweg nicht hoch reflexiven Denkens. Strawsons Lebenswerk liegt in der Richtung der analytischen Philosophie heute und trug zur Wiederbelebung der Transzendentalphilosophie Kants im angelsächsischen Raum bei. Strawson wurde weithin bekannt durch Arbeiten zum Begriff der Wahrheit, zum Problem des Skeptizismus und zum Konzept der Sprachanalyse.

Für unsere Betrachtung ist dasjenige seiner Werke bedeutsam, mit dem er im Jahre 1959 nach verbreiteter Ansicht im angelsächsischen Raum die entscheidende Wende zum „revival of metaphysics“ einleitete: Individuals: An Essay in Descriptive Metaphysics.887 Strawson beruft sich auf Aristoteles und Kant als den zwei maßgebenden Stimmen einer solchen Metaphysik888 und erklärt: „Deskriptive Metaphysik begnügt sich damit, die tatsächliche Struktur unseres Denkens über die Welt zu beschreiben“.

Aber diese Struktur „gibt sich nicht an der Oberfläche der Sprache zu erkennen, sondern liegt unter ihr verborgen.“889 Analyse der Sprache muss deren Oberfläche durchstoßen und so tief wie möglich bis an die Grenze des logisch einwandfrei Denkbaren vordringen, um dort die dann nicht mehr weiter zerlegbaren Elemente des Denkens zu finden, die nicht weiter reduzierbaren Bezeichnungen für die Dinge oder Wesen unserer Welt.

Strawson will nicht...

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