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Spielarten der Populärkultur

Kinder- und Jugendliteratur und -medien im Feld des Populären

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Edited By Ute Dettmar and Ingrid Tomkowiak

Populärkultur war und ist ein zentraler Teil der Jugendkultur, zunehmend auch der Kinderkultur. Zugleich partizipieren Kinder- und Jugendliteratur und -medien an der global, in multimedialen Bezugssystemen agierenden Populärkultur. Die Beiträge gehen den vielfältigen wechselseitigen Beziehungen zwischen beiden Bereichen in historischen und gegenwärtigen Entwicklungen nach. Sie untersuchen «Dimensionen und Dynamiken» der Popularisierung vom 19. Jahrhundert bis hin zu aktuellen Entwicklungen des seriellen, transmedialen Erzählens, zeichnen entlang populärer Figuren, wie dem Golem oder Heidi, Formen der «(Re)Präsentation» nach, verfolgen «Aushandlungen» im Feld des Populären, beleuchten «Schnittstellen und Interferenzen» und untersuchen charakteristische «ästhetische Strategien» in Bildmedien und Literatur.

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Auerhaus verstehen: Pop und Populäres in Bov Bjergs Roman

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Heinz Drügh

Abstract: The surprising success of Bov Bjerg’s 2015 novel Auerhaus can be traced to its specific combination of advanced pop aesthetics with the popular aesthetics of „all-age“ books. The particular narrative style, in a light-hearted tone but with intellectual precision, is capable of linking contemporary concerns amongst youth to the uncanny political mood of the Federal Republic of Germany during the Wirtschaftswunder-period and directly prior to the fall of the Berlin Wall.

Bov Bjergs Roman Auerhaus, erschienen Ende 2015 im kleinen Aufbau-Imprint Blumenbar, ist mit mehr als 200.000 verkauften Exemplaren einer der größten literarischen Überraschungserfolge der letzten Jahre. Warum ist dieser Text so eingeschlagen?1 Ich möchte zwei Antworten darauf vorschlagen. Erstens könnte dies an der spezifischen Darstellung von Kindheit und Jugend liegen, die einer gesellschaftlichen Bedürfnislage entspricht. Um zu erläutern, was ich damit meine, gehe ich zu Beginn in zwei Vignetten auf die Kindheitsdarstellung in zwei populären Medien des Jahres 2016 ein, der bundesdeutschen Krimiserie Tatort und der amerikanischen Netflix-Serie Stranger Things. Zweitens werde ich darstellen, wie in Auerhaus die Sphären von Pop- und populärer ‚All Age‘-Ästhetik mit Reminiszenzen an die Kinderliteratur amalgamiert werden, was nicht nur attraktiv für ein größeres Lesepublikum, sondern auch ästhetisch interessant ist. Meine These in diesem Zusammenhang ist, dass es sich bei Auerhaus nicht nur oder nicht dominant um das viel beschworene ‚Wohlfühlbuch‘ handelt, das den LeserInnen oder KonsumentInnen mit ebenso nostalgischen wie wohlfeilen...

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