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Erster Weltkrieg im östlichen Europa und die russischen Revolutionen 1917

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Edited By Alexander Trunk and Nazar Panych

Der Band enthält Beiträge aus zwei inhaltlich verknüpften interdisziplinären Ringvorlesungen des Zentrums für Osteuropa-Studien der Universität Kiel, die verschiedene Aspekte des Ersten Weltkrieges unter besonderer Berücksichtigung des östlichen Europa beleuchten und in diesem Zusammenhang einen besonderen Fokus auf die aus dem Weltkrieg hervorgegangenen russischen Revolutionen des Jahres 1917 legen. Der Band kann auch als historische Hintergrundlektüre zum besseren Verständnis heutiger Spannungslagen in der Region – Beziehungen EU-Russland, Ukraine, Georgien u.a. – gelesen werden. Politische, juristische, historische, wirtschaftliche und kulturwissenschaftliche Gesichtspunkte müssen im Zusammenhang betrachtet werden, um Konflikte zu lösen.

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Die Auswirkungen der russischen Revolutionen des Jahres 1917 auf die Entstehung des ukrainischen Staates (anhand von Zeitdokumenten)

Die Auswirkungen der russischen Revolutionen

des Jahres 1917 auf die Entstehung

des ukrainischen Staates (anhand von

Zeitdokumenten)

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Nazar Panych

Abstract: Im Beitrag werden die Staatsbildungsprozesse in der Ukraine in den Jahren 1917 bis 1919 aus juristischer Sicht analysiert. Den rechtlichen Hintergrund für die Analyse bilden die zentralen Gesetzgebungsakte der Ukrainischen Volksrepublik und der Westukrainischen Volksrepublik einschließlich des Vorvertrags über die Vereinigung beider Republiken vom 01.12.1918.

Stichworte: Ukrainische Volksrepublik, Westukrainische Volksrepublik, Manifest, Ukrainischer Zentralrat, Verfassung, Rechtsstatus, Eigentum, Wiedervereinigung

In den Jahren 1914–1919 stürmte es in Europa. Der Sturm drohte bestehenden Reichen mit Versenkung, eröffnete deren Provinzen aber gleichzeitig die Aussicht darauf, den Status unabhängiger Staaten zu gewinnen. Im Osten Europas wurden diese Entwicklungen u.a. vom ukrainischen Volk gespannt verfolgt. Längst erhoffte es sich eine Trennung von den russischen und österreichischen Metropolen, verbunden mit einer souveränen Weiterentwicklung. Die Zukunft dieser Hoffnungen war allerdings tragisch. Zwar entstand der ukrainische Staat auf der europäischen Karte. Seine Existenz war jedoch durch eine ganze Reihe von geschichtlichen Ereignissen gefährdet und endete nur wenige Jahre danach.1

Ob friedlich oder kämpferisch, der Verlauf der ukrainischen Staatswerdung war stets mit einer rechtlichen Komponente verbunden. Sowohl dem Ausruf der Unabhängigkeit als auch der Ankündigung der Entwicklungsrichtungen lagen gezielte Rechtsakte zugrunde. Eine rechtliche Analyse dieser Zeitdokumente vervollständigt die Darstellung der ukrainischen Staatswerdung und erklärt u.a. die damals damit verbundenen (Miss)-Erfolge.

Die Zeit von 1917 bis 1919 betrachtet ein Großteil der modernen ukrainischen Historiographie – neben der Zeit der Kyiver Rus’, des Kosakenstaates...

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