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Vergleichende Diskurslinguistik. Methoden und Forschungspraxis

In Zusammenarbeit mit Juliane Niedner

Series:

Edited By Goranka Rocco and Elmar Schafroth

Der Band umfasst aktuelle Themen und Probleme der Vergleichenden Diskurslinguistik sowohl aus theoretischer als auch aus methodologischer und forschungspraktischer Perspektive. Zu den behandelten Sprachen und Sprachräumen (deutsch, englisch, französisch, italienisch, polnisch, portugiesisch, spanisch, türkisch) werden Diskursanalysen zu aktuellen gesellschaftlichen Aspekten wie Migrations-, Bildungs- und Verfassungspolitik, Integration, Familie, öffentlicher und medialer Sprachgebrauch, Euphemismen, Multimodalität in Comics sowie emotionale Sprache im juristischen Kontext durchgeführt sowie grundsätzliche Überlegungen zur Theorie und Methodologie einer Vergleichenden Diskurslinguistik angestellt. Die Autorinnen und Autoren arbeiten in den Bereichen Germanistik, Romanistik, Vergleichende, Angewandte und Multimodale Linguistik sowie Anglistik.

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Europäische Öffentlichkeiten. Überlegungen zur Methodik einer vergleichenden Diskurslinguistik mit Beispielen aus dem Flüchtlingsdiskurs (Martin Wengeler)

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Martin Wengeler (Trier)

Europäische Öffentlichkeiten. Überlegungen zur Methodik einer vergleichenden Diskurslinguistik mit Beispielen aus dem Flüchtlingsdiskurs1

Abstract: In this contribution three approaches of qualitative analysis of discourses are presented: the analysis of key words, metaphorical concepts, and patterns of argumentation. These categories are then employed in a comparison of the refugee and migration discourses in the year 2015 in four European countries: Germany, Austria, Spain, and Great Britain.

Topoi, Flüchtlinge, Deutschland, Österreich, Metaphern

1.  Einleitung

Die Kluft zwischen den Nachbarn ist in den vergangenen Jahren noch größer geworden. ‚Deutschland und Frankreich scheinen auf verschiedenen Planeten zu leben‘, meint Claire Demesnay, Forscherin der Deutschen Gesellschaft für Ausländische Politik. Selbst die Wortwahl sei nicht die gleiche. So sprächen Deutsche etwa von Flüchtlingen, Franzosen von Migranten (FRANKFURTER RUNDSCHAU 08.04.2016).

Was hier in der Presse thematisiert und als für das Verhältnis der beiden Nationen aussagekräftig deklariert wird, ist für Diskurslinguisten nicht besonders überraschend. Es kann aber als Anregung dienen, genauer hinzusehen, ob es tatsächlich die hier behaupteten Unterschiede im öffentlichen Sprachgebrauch unterschiedlicher Sprachgemeinschaften gibt, wenn ja, wie diese genau aussehen und was sie gegebenenfalls über verschiedene Gewohnheiten des Denkens, Fühlens und Wollens (über Mentalitäten im Sinne Fritz Hermanns’ (1995)) zu einem Thema aussagen. Dass dies mit dem methodischen Instrumentarium der Diskurslinguistik möglich ist, wird seit etwa zwanzig Jahren behauptet und empirisch mehr...

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