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Von Menschen, Dingen und Räumen

Konstruktionen literarischer Gegenständlichkeit in ausgewählten Werken der deutschen und polnischen Gegenwartsliteratur

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Jolanta Pacyniak

Das vorliegende Buch setzt sich mit der Problematik literarischer Gegenständlichkeit in den Werken der polnischen und deutschen Autorinnen: Olga Tokarczuk, Joanna Bator, Julia Franck, Tanja Dückers und Jenny Erpenbeck auseinander. Das Ziel der Arbeit ist es, Ähnlichkeiten zwischen den analysierten Romanen und Erzählungen in Bezug auf die Gestaltung der materiellen Welt festzustellen. Zur Analyse literarischer Gegenständlichkeit wurden Erkenntnisse der materiellen Kultur sowie Forschungsansätze von Bruno Latour, Jean Baudrillard, Gaston Bachelard und Dorothee Kimmich eingesetzt. In Bezug auf Figurenkonstellationen, Dinge im Raum und Eigenleben der Dinge wurden Ähnlichkeiten in den Welterschließungsstrategien der analysierten Werke festgestellt.

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Schlussfolgerungen

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In der Analyse der deutschen und polnischen Gegenwartsromane und Erzählungen wurden die literarischen Ding-Welten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Den Ausgangspunkt bilden die Figurenkonstellationen in ihrem Verhältnis zu den Erzeugnissen der materiellen Kultur. Hervorgehoben wurden in diesem Kontext vor allem familiäre Beziehungen. Familienangehörige lassen sich durch ihre Einstellung zur Welt der Dinge charakterisieren.

Im ersten Schritt wurden Muttergestalten analysiert, die stärker in Erscheinung treten als männliche Protagonisten. Bei den Mutterfiguren sieht man sowohl in den deutschen als auch in den polnischen Werken vor allem die Perspektive der Töchter, die hier dominant wirkt; nur von Zeit zu Zeit schimmert die Sichtweise der Mütter durch. Dabei ist eine konkrete Weise in der literarischen Gestaltung der Mutterfiguren bemerkbar, sie werden durch ihre Einstellung zur Ding-Welt charakterisiert. Es sind in den untersuchten literarischen Texten Mütter sichtbar, die ihre Kinder vernachlässigen, was unter anderem in der mangelnden Versorgung in die Augen sticht. Die vernachlässigten Kinder bei Bator oder Franck haben nichts zu essen und werden allein gelassen, sie werden misshandelt oder dem Missbrauch ausgesetzt. Das, was für die Umgebung sichtbar wird, ist die materielle Vernachlässigung der Kinder, die nicht einmal mit dem Nötigsten versorgt werden. Nur stufenweise werden die Kulissen dieses Sachverhalts entdeckt, die meistens durch traumatische Erlebnisse der Muttergestalten verursacht werden. Das Trauma wird an die nächste Generation weitergeleitet, was als Schema in den analysierten Werken der deutschen und polnischen Gegenwartsliteratur erscheint. Es ist ersichtlich, dass...

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