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Compliance-Miszellen

Dieter Eisele zum 80. Geburtstag gewidmet

Edited By Stefan Gebauer, Christoph Kirschhöfer and Hagen Repke

Dieter Eisele prägte als erster Leiter einer Compliance-Abteilung (Chief Compliance Officer) einer deutschen Bank und einem deutschen Großunternehmen die Maßstäbe nationaler und internationaler Compliance-Arbeit entscheidend mit. Verbundene Weggefährten und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Praxis gratulieren ihm mit ihren Beiträgen in diesem Sammelband zu seinem 80. Geburtstag. Viele der von Dieter Eisele mit herausgearbeiteten Methoden und Verfahren zur Unternehmenspraxis wirken in die heutige Zeit hinein. Die Abhandlungen nehmen daher das Compliance-Gedankengut aus der beruflich aktiven Zeit von Dieter Eisele auf und reflektieren es im Lichte der aktuellen Bedingungen. Die Autoren sprechen mit ihren Betrachtungen zum Risiko- und Compliance-Management Themen an, die zur weiteren Erörterung und Erforschung der Materie inspirieren sollen.

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Die Compliance-Organisation im Wandel der Zeit – Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus 23 Jahren Compliance-Tätigkeit (Andreas Marbeiter)

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Andreas Marbeiter

Die Compliance-Organisation im Wandel der Zeit

Ein persönlicher Erfahrungsbericht aus 23 Jahren Compliance-Tätigkeit

I. Der Startschuss

Es war der 1. August 1994, als Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) das Licht der Welt erblickte. Es stellt einen Startpunkt für eine ganze Welle von Veränderungen dar, die sich nach seinem Inkrafttreten über die Welt der Finanzdienstleister ergossen hat. In das Wertpapierhandelsgesetz1 wurden erstmalig Compliance-Anforderungen gesetzlich aufgenommen und den Wertpapierdienstleistungsunternehmen vorgegeben, dass diese nicht nur wirksame organisatorische Vorkehrungen zur Erbringung von Wertpapierdienstleistungen vorzuhalten haben, sondern auch mittels geeigneter Kontrollverfahren deren Einhaltung sicherstellen müssen. Das war zugleich die Geburtsstunde des Compliance-Officers und der Compliance-Abteilungen der Banken. Für viele Häuser war dies zum damaligen Zeitpunkt ein erheblicher Eingriff in die Gestaltung des Wertpapierhandels und der Anlageberatung. Immerhin hat sich der Gesetzgeber herausgenommen, seine Regelungen im Rahmen von 43 Paragraphen, die sich über 18 Seiten erstreckten, den Finanzdienstleistungsunternehmen überzustülpen.←275 | 276→

Quasi zeitgleich wurde zur Überwachung der Vorgaben und Inhalte des WpHG 1995 auch das damalige BaWe – das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel – gegründet. Zu seinen Aufgaben gehörten später auch das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz sowie das Wertpapierprospektgesetz.

Damit aber nicht genug. Der Finanzdienstleistungsindustrie wurden weitere Regelungsvorgaben gemacht. Der gesamte organisatorische Rahmen für diese damals neue Zielrichtung des Aufsichtsrechts wurde durch drei Richtlinien definiert. Diese waren:

– Richtlinie des Bundesaufsichtsamtes für den Wertpapierhandel zur Konkretisierung der Organisationspflichten von Wertpapierdienstleistungsunternehmen gem. § 33 Abs...

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