Show Less
Restricted access

Disposition im Internationalen Erbrecht

Rechtswahl und parteiautonome Zuständigkeitsbestimmung nach der Europäischen Erbrechtsverordnung unter besonderer Berücksichtigung der beteiligten Interessen

Series:

Valesca Tabea Profehsner

Das Buch widmet sich der Disposition im Internationalen Erbrecht. Nach einer historischen Skizzierung der Parteiautonomie erfolgt eine Betrachtung der Rechtswahl in Art. 22 EuErbVO für das Kollisionsrecht. In prozessrechtlicher Hinsicht erfasst der Band die parteiautonomen Zuständigkeitsbestimmungen in Art. 5 iVm. 7 lit. b, 7 lit. c und 9 EuErbVO. Ein besonderes Augenmerk ist auf den Gleichlauf von forum und ius gerichtet. Zur besseren Berücksichtigung der Interessen der beteiligten Parteien schlägt die Autorin vor, eine Rechtswahl zugunsten des Rechts des letzten gewöhnlichen Aufenthalts zuzulassen, die Ausweichklausel in Art. 21 Abs. 2 EuErbVO abzuschaffen und die parteiautonome Zuständigkeitsbestimmung zugunsten jedes Mitgliedstaats zu ermöglichen.

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 1: Einleitung

Extract

Die Mobilität der europäischen Bürger innerhalb der europäischen Union ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. Insbesondere die Grundfreiheiten und die Freizügigkeit haben hierzu beigetragen.1 Davon werden nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse beeinflusst, sondern auch im privaten Bereich der Bürger macht sich diese Mobilität bemerkbar. Es werden häufiger gemischtnationale Ehen geschlossen; es gibt viele Grenzpendler, die in einem Staat leben und in einem anderen Staat arbeiten; Studierende verbringen ein Semester im Ausland; ältere Menschen beziehen ihren Alterswohnsitz im Süden Europas oder werden im Ausland von Pflegekräften betreut. Dies hat offensichtlich auch Auswirkungen auf das Erbrecht: In der Europäischen Union nimmt die Zahl der Erbfälle mit Auslandsbezug stetig zu.2

Doch anders als beispielsweise für das Internationale Schuldrecht und Familienrecht lag bisher keine Vereinheitlichung des europäischen Erbrechts vor; das Erbrecht richtete sich nach den Kollisionsnormen der einzelnen Mitgliedstaaten. Jeder Staat hat sein eigenes Erbrecht, das auf seine nationalen Bedürfnisse zugeschnitten sein will und meist das Ergebnis einer langen Tradition ist. So legen manche Rechtsordnungen mehr Wert auf die Pflichtteilsrechte oder Noterbrechte, manche kennen eine Vor- und Nacherbschaft, andere beteiligen den überlebenden Ehegatten lediglich mit einem Nießbrauchsrecht.3 Insbesondere im Zusammenhang mit den Pflichtteilsrechten gingen die Regelungen teilweise auseinander, sowohl in der Ausgestaltung als auch dem berechtigten Personenkreis. Einige Staaten wie Deutschland, Österreich und Schweden kennen gemeinschaftliche Testamente, die in anderen Mitgliedstaaten unbekannt sind. Manche Staaten kennen einen Erbnachweis, andere lediglich ein Inventarregister. Der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.