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Das Wort-Ton-Verhältnis im Werk von Ludwig van Beethoven

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Małgorzata Grajter

Das Ziel der vorliegenden Studie ist die Untersuchung der Spezifik des Wort-Ton-Verhältnisses in Ludwig van Beethovens Schaffen sowohl auf struktureller als auch auf semantischer Ebene. Da Beethoven selbst nie eine Abhandlung über Komposition schrieb, erscheint es natürlich und naheliegend, als hauptsächlichen Bezugspunkt die musiktheoretischen Schriften aus dem 18. Jahrhundert heranzuziehen, um die musikästhetische Landschaft seiner Epoche zu rekonstruieren. Die durchgeführte Analyse von Beethovens Vokalmusik aus der Sicht der im 18. Jahrhundert üblichen Konzeption eines «Singstücks» beantwortet einige wesentliche Fragen nach den Prioritäten des Komponisten im Bereich der technischen und ästhetischen Aspekte der musikalischen Bearbeitung eines Textes.

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Schluss

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Die Analyse von Beethovens Vokalmusik aus der Sicht der im 18. Jahrhundert üblichen Konzeption des vokalen Werks (Singstück, Singcomposition) beantwortete einige wesentliche Fragen nach den Prioritäten des Komponisten im Bereich der technischen und ästhetischen Aspekte der musikalischen Bearbeitung eines Textes. Es besteht kein Zweifel, dass das Prinzip der Übereinstimmung der kompositorischen Mittel mit der Art des im Text enthaltenen Ausdrucks von Beethoven sehr sorgfältig eingehalten wird. Dies kann sich darin zeigen, dass er die Tonarten konsequent wählt und sich dabei vor allem auf Schubarts Charakteristik bezieht, obwohl man gleichzeitig in manchen Fällen eine gewisse Freiheit in der Umsetzung der tonalen Ordnungen und den daraus resultierenden Vorrang der Bedeutung der tonalen Beziehung vor der Symbolik einzelner Tonarten beachten muss. Charakteristisch für den Komponisten ist auch ein klares und konsequent angewendetes Vokabular der rhetorisch-musikalischen Mittel, die gleichzeitig die Funktion von loci communes erfüllen. Mehr noch, besonders in den zyklischen Werken kann man Versuche einer Verbindung des Metrums des Gedichts mit dem Charakter der Tonart und dem Ausdruck im Text beobachten.

Gleichzeitig achtet der Komponist bei der Bearbeitung des poetischen Textes auf die Übereinstimmung mit den Regeln der Deklamation, wovon u. a. die prosodischen Kennzeichnungen in den Handschriften zeugen. Dies drückt sich manchmal in der Anwendung sogar sehr einfacher rhythmischer Schemata und mechanischen Rezitierens des Textes auf einem Ton aus, was den gesungenen Text klanglich dem gesprochenen annähert. Doch man muss dabei bedenken, dass eine derartige Reduktion der musikalischen Mittel...

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