Show Less
Restricted access

Bundesordnung in der deutschen Geschichte

Christian Gellinek

Die Hauptstadtlosigkeit Deutschlands geht mit einer uns eigenen Bundesordnung Hand in Hand, die sich in verschiedenen Epochen auf zentrale Orte, bestimmte Burgen und dem Reiche zugewandte Klöster verteilt in größeren oder kleineren Territorien von Süden und Südwesten ab der Donau bis zur Wiedau, und manchmal nur bis zur Eider. Sie erstreckt sich in nördlicher Richtung, und auch vom Rhein bis zur Oder in östlicher. In dieser Wissensstudie wird die Bundesordnung als mittragendes Element der deutschen Geschichte in ihrer politischen Entwicklung vorgeführt. Die regulären Königswahlen fanden in Frankfurt am Main, die Krönungen ursprünglich in Aachen statt. Manche Orte wandten sich zeitweise dem Deutschen Reich zu, manche für immer von ihm ab. Die bündische Bestimmung wurde auf dem Wiener Kongress von Österreich, Russland, England, Preußen und endlich auch Frankreich durch Talleyrand durchgesetzt. Diese Grundlage erfüllte sich erst im Bonner Grundgesetz.

Show Summary Details
Restricted access

Zehntes Kapitel: 1990 Zur Vereinigung der DDR mit der Bundesrepublik

Extract



Entscheidende Stationen auf dem Wege zur Deutschen Einheit waren die Volkskammerwahl vom März 1990 sowie der Staatsvertrag zwischen der DDR und der BRD über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Zustande gebracht wurde sie von Ministerpräsident Lothar de Maizière, Staatssekretär Dr.-Ing. Günther Krause, Dr. jur. Wolfgang Schäuble und offen abstimmen könnende Abgeordneten der Volkskammer, sowie in zweiter Linie von Peter-Michael Diestel, Sowjet-Botschafter Walentin Falin, Kirchenfunktionär Joachim Gauck, Außenminister Markus Meckel, Zentralkomitee-Mitglied Nikolai Portugalow, Rudolf Seiters, Prof. Dr. jur. Rupert Scholz, Kanzlerberater Horst Teltschik, Bundesbankfachmann Hans Tietmeyer, und last but not least die Deutsche Mark. Die eingesetzte Treuhand übernahm 7.894 volkseigene Betriebe mit vier Millionen Beschäftigten. 30 % aller Betriebe mussten stillgelegt werden, 26 % blieben sanierungsfähig. Am 20. September 1990 stimmte die Volkskammer der DDR und der Deutsche Bundestag diesem Vertragswerk zu, einen Tag später der Bundesrat. Die Währungsumstellung konnte schon am 1. Juli 1990 erfolgen und die Bundesregierung übernahm spätestens dann „das Kommando“. Eine Binsenweisheit: bei Reformen reüssieren vermögende Konservative eher als verarmte Sozialisten. Die britische Premierministerin Margaret Thatcher stellte über den Vereinigungsprozess mit Recht fest: “Deutschland habe stets auf unberechenbare Weise zwischen Aggression und Selbstzweifeln geschwankt.“ Präsident Mitterand reiste Ende Dezember 1989 demonstrativ nach Ostberlin und schloss „mit der Regierung Modrow [überraschend] ein langfristiges Handelsabkommen.“ Die US Regierung von Präsident George H. W. Bush befürwortete diesen Prozess und verlangte sogar einen Eintritt Gesamtdeutschlands in die NATO. Nach...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.