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Die Abwertung des Anderen mittels Sprache im Amateurfußball

Ein soziolinguistischer Vergleich in Deutschland und Frankreich

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Florian Koch

«Kanake» oder «Kartoffel»? Wörter beschreiben mehr als einzelne Objekte. Wörter teilen ein, grenzen aus und werten ab. Das soziale Phänomen der alltäglichen verbalen Gewalt stellt der Band am Beispiel des Amateurfußballs in Deutschland und Frankreich explorativ dar. Der Autor veranschaulicht, dass verbale Gewalt im Amateurfußball in beiden Ländern weit verbreitet ist. Die Mehrheit der berichteten konkreten verbalen Gewalt lässt dabei auf Gruppenbezogene Menschenfeindliche Einstellungen schließen. Hierbei überwiegen sexistische Beleidigungen. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass der Schiedsrichter verbale Gewalt höchst unterschiedlich bewertet. Landesspezifische Konflikte schlagen sich hingegen nicht signifikant bei der Bewertung von verbaler Gewalt durch den Amateurschiedsrichter nieder. Vielmehr kann angenommen werden, dass das Regelwerk der FiFA Richtschnur deutscher und französischer Amateurschiedsrichter ist.

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5. Forschungsstand

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5 Forschungsstand

„Die Analyse sozialwissenschaftlicher Gegenstände ist immer vom Vorverständnis des Analytikers geprägt. Das Vorverständnis muss deshalb offen gelegt und schrittweise am Gegenstand weiterentwickelt werden.“ (Mayring 2016, S. 30)

In diesem Kapitel wird der aktuelle Forschungsstand anhand von aktuellen Studien und Berichten mit validen Daten hinsichtlich des Forschungsthemas erörtert. Das ist umso bedeutender, da laut der Grounded Theory das auf validen Studien basierte Vorwissen essentiell ist, um darauf aufbauend eine empiriegestützte Theorie mittlerer Reichweite zu entwickeln (vgl. Glaser und Strauss 1967, S. 253; Mayring 2016, S. 30; Przyborski und Wohlrab-Sahr 2014, S. 28) (ausführlich, vgl. 2.2).

Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, werden in erster Linie europaweit durchgeführte Studien und Berichte vorgestellt. Erst wenn keine international vergleichenden Studien vorhanden sind bzw. zur detaillierten Vertiefung einzelner Aspekte, wird auf nationale Studien zurückgegriffen.

Der Annahme folgend, dass der Sport im Allgemeinen ein recht genaues Abbild gesellschaftlicher Prozesse ist (vgl. Boli et al. 2015, S. 11; Küchenmeister und Schneider 2011, S. 3) und der Fußball je nach Blickwinkel ein „negativer Spiegel der Gesellschaft“ (Moser 2012, S. 67ff.), „Lupe“ (Blaschke 2012, S. 278) oder „Brennglas“ der Gesellschaft (vgl. Huhn und Metzger 2013, S. 3; Sundermeyer 2012, S. 288; Küchenmeister und Schneider 2011, S. 8; Endemann und Dembowski 2010, S. 22; Zick 2010, S. 21) ist, werden zuerst anhand von empirischen Studien die GMF-Einstellungen, deren Ausprägungen sowie Entwicklungen in Deutschland und Frankreich dargestellt und...

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