Show Less
Restricted access

Rudolf Alexander Schröder und Ernst Zinn: Briefwechsel 1934–1961

Kommentierte Edition

Series:

Edited By Hans-Albrecht Koch

Dreißig Jahre lang unterstützte den Dichter und Übersetzer Rudolf Alexander Schröder, den herausragenden Wegbereiter und eigenständigen Vertreter der literarischen Moderne, der Altphilologe und Komparatist Ernst Zinn, Editor der Werke Rilkes, Borchardts und Kassners. 1934 begann ein Briefwechsel, der bis an Schröders Lebensende anhielt und dessen Horaz- und Vergil-Übertragungen erst ermöglichte.

Die Edition vereint die rund 120 Briefe, Karten und Telegramme, darunter auch einige von Zinns Frau, der Sängerin Walburga Zinn, und Schröders Schwester, Dora Schröder, die aufseiten des Dichters einen Teil der Korrespondenz erledigte. Ein ausführlicher Kommentar ergänzt die Briefe, ordnet diese in ihren Kontext ein und erläutert historische Details und Anspielungen.

Show Summary Details
Restricted access

Lessingpreis für R. A. Schröder. Von Dr. Ernst Zinn

Lessingpreis für R. A. Schröder

Extract

Von Dr. Ernst Zinn

Der aus Bremen gebürtige Dichter Rudolf Alexander Schröder, der kürzlich das 69. Lebensjahr vollendete, erhält den Lessingpreis der Stadt Hamburg. Die feierliche Verleihung sollte ursprünglich am 22. Januar, dem Geburtstag Lessings, erfolgen. Die Übergabe des Preises hat sich indessen durch die Zeitumstände verzögert, sie ist nunmehr für Mitte März vorgesehen. Der Dichter, der sich auch als Innenarchitekt einen Namen gemacht hat, lebt gegenwärtig in Bergen bei Traunstein, er ist Ehrendoktor der philosophischen Fakultät München sowie Ehrendoktor der ev.-theologischen Fakultät Tübingen.

Als Dichter hat Schröder sich fast allein im lyrischen Gedicht, mit Vorliebe in Gedichtkreisen, ausgesprochen; daneben hat er seine Formkraft an große Übersetzungsaufgaben gewandt; seine dritte Wirkungsform ist die des kritischen Schriftstellers.

Den Ernst und die Schwermut hat dieser Dichter nicht erst vom äußern, augenfälligen Unglück seines Volkes gelernt. Schon sein Jugendwerk war die Ausgeburt jenes unstillbaren „Unmuts“, den eines der frühen Versbücher im Titel bekennt und der im eignen Innern eine wachsende Todesnähe, im Bilde der Welt Unordnung und Unreinheit hinter prahlender Fassade findet. Von Anfang an tut sich in diesen Versen die zwiefache Gefährdung eines zum Äußersten drängenden Geschicks auf; daß das Herz zu „Stein“ zu werden, die Welt zum alten Chaos sich zu entbinden droht – und begehrt.

Die männlichen Jahre haben den Dichter nüchterner und strenger gemacht; die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.