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Zbigniew Herbert und Österreich

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Edited By Przemysław Chojnowski

Es besteht kein Zweifel darüber, dass die internationale Karriere Zbigniew Herberts Mitte der 1960er Jahre in Österreich begann. Die Idee des vorliegenden Buches entstand im Rahmen des literarischen Abends «Auf den Spuren von Zbigniew Herbert in Österreich» der am Vorabend des in Polen begangenen Zbigniew-Herbert-Jahres 2018 in Wien stattfand. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der österreichische Kontext im Werk des polnischen Autors (1924–1998), dessen Familie aus England stammend über Wien in die Hauptstadt Galiziens Lemberg kam. Der Band widmet sich ausgewählten Texten Herberts und geht auf zum Teil wenig bekannte Fakten aus der Biographie des Lyrikers und Essayisten ein, die dessen enge Verbindungen zu Österreich belegen.

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Andrzej Franaszek: Sein Engel. Über die Beziehung zu Angelika Hauff-Nagl

Sein Engel.

Über die Beziehung zu Angelika Hauff-Nagl

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Andrzej Franaszek

„Meine Feier wird am Montag, den 25. sein, mein Lyrikabend am 29. Ich fürchte mich und habe Angst, wie eine Jungfrau vor … na, du weißt, schon wovor“1, vertraute Herbert im Herbst 1965 seinem deutschen Freund und Übersetzer Karl Dedecius an. Es weist jedoch alles darauf hin, dass Herbert ungeachtet des Lampenfiebers vor der Verleihung des ersten Literaturpreises, der nichts mit Polen zu tun hatte, damit bestens zurechtgekommen ist. Der eben erst von der Regierung gestiftete Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur ist heute besser bekannt unter dem Namen Internationaler Nikolaus Lenau-Preis, der auf einen bekannten romantischen Lyriker des 19. Jahrhunderts Bezug nimmt, welcher in seinen epischen Gesängen auch die Auflehnung des Einzelnen gegen die Tyrannei besungen hatte, daneben aber auch als Verfasser von melancholischen Liebesgedichten bekannt ist, und der ganz im Stil seiner Zeit sein Leben in einem Irrenhaus beschloss.

Die Feier in Wien verlief, wie Herbert feststellte, „barock“, also mit entsprechendem Pomp im Palais Wilczek, anwesend waren sowohl Unterrichtsminister Theodor Piffl-Percevic als auch der polnische Botschafter Jerzy Roszak. Man spielte Chopin, die Laudatio hielt der damalige Präsident des P.E.N.-Clubs, Franz Theodor Csokor, der „aus dem Herzen sprach, mich aber, ich weiß nicht warum, mit Cato verglich. Burgschauspieler Andreas Wolf las meine Gedichte. Ich hatte ihm gesagt, er möge an den Stellen, wo er die Stimme heben würde, eine Pause machen, und er machte diese Pausen, nur etwas zu lang“.2 Dieser Hinweis für die...

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