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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Daniel Mahla: Ostjüdischer Verein oder deutscher Zionismus? Die religiös-zionistische Bewegung im Deutschen Kaiserreich

Ostjüdischer Verein oder deutscher Zionismus?

Die religiös-zionistische Bewegung im

Deutschen Kaiserreich

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Daniel Mahla

The religious-Zionist movement (Mizrahi) is generally perceived as having been a genuinely Eastern European phenomenon. And yet, due to geopolitical circumstances, the German Empire became the center of the movement’s activities for the decade between 1904 and the outbreak of World War One. The article focuses on this ‘German period’ of the Mizrahi and analyses its impacts on the movement.

Am 16. Aw des Jahres 5664, bzw. dem 28. Juli 1904, veröffentlichte das orthodoxe Organ Der Israelit einen Artikel, der sich mit der Stellung der Orthodoxie zum Zionismus auseinandersetzte. Dessen Verfasser forderte orthodoxe Kräfte dazu auf, das Phänomen des jüdischen Nationalismus nicht mehr weiter einfach nur zu negieren, wie sie das bisher getan hätten. Vielmehr müsse man genau darauf achten, was orthodoxe Juden und Zionisten nicht nur trenne, sondern auch verbinde. Im nur wenige Jahre zuvor gegründeten ‚Misrachi‘, dem religiösen Flügel der Zionistischen Organisation (ZO), sah der Autor eine wichtige Organisation. Dessen Führer, so forderte er weiter, müssten zu der Überzeugung gelangen, „dass in dem echten ‚Misrachi‘ die Keime für den allein weltgeschichtlich bedeutungsvollen, jüdischen Zionismus vorgebildet liegen [Hervorhebung im Original].“ Aber, so führte er fort, es könne „nur mit Hilfe einer geistig selbständigen, ihrer geistigen Eigenart bewussten Organisation gelingen […], den wahren, mit nichts vergleichbaren Begriff des jüdischen Volkstums auf unsere Kinder und Kindeskinder zu vererben […] Was Not tut,“ so sein Fazit „ist vor allem ein klares...

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