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Mehrfachbeschäftigung in Deutschland - Ein Phänomen relativer Armut?

Eine empirische Untersuchung der Determinanten zur Aufnahme einer Zweitbeschäftigung

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Marco Weber

Die seit den Hartz-Reformen gestiegene Zahl Nebenbeschäftigter bei gleichzeitiger Zunahme des Armutsgefährdungsrisikos wecken Zweifel an der bislang gültigen Annahme der Wohlstandssicherung durch eine Erwerbstätigkeit. Der Autor untersucht empirisch mit Daten des Sozio-oekonomischen Panels die Entwicklung der Mehrfachbeschäftigung und deren Zusammenhang mit atypischer Arbeit. Mittels Längsschnittsanalysen werden die zwischen finanzieller Not und nebenberuflicher Selbstentfaltung verorteten Motive für Mehrfachbeschäftigung analysiert. Dabei zeigt sich, dass Zweitbeschäftigung sowohl die Konsequenz von Einkommensarmut ist, als umgekehrt ein Mittel zur Armutsvermeidung darstellt. Auf Basis dieser Ergebnisse werden Politikempfehlungen zur rechtlichen Ausgestaltung der Mehrfachbeschäftigung formuliert.

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4. Empirische Erfassung der Mehrfachbeschäftigung im Sozio-oekonomischen Panel und Abgleich mit anderen Datenbasen

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Das Ziel dieses Kapitels ist es, erste deskriptive Erkenntnisse über Anzahl und Entwicklung der Mehrfachbeschäftigung in Deutschland bereitzustellen. Hierzu wurde für die nachfolgenden empirischen Untersuchungen zu Mehrfachbeschäftigung und Einkommensarmut das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) als Datengrundlage ausgewählt. Ausschlaggebend für dessen Auswahl war neben der Zuverlässigkeit und Repräsentativität der Daten insbesondere die Bereitstellung differenzierter Einkommens- und Beschäftigungsdaten im Personen- und Haushaltskontext. Darüber hinaus verfügt das SOEP durch sein Panel-Design gegenüber anderen Datenerhebungen über eine in Deutschland einzigartige Konstruktion, mittels derer dynamische und über mehrere Jahrzehnte reichende Längsschnittuntersuchungen durchgeführt werden können. Im Nachfolgenden wird daher der Aufbau und Inhalt der gewählten Datenbasis genauer beschrieben und praktische Aspekte der Operationalisierung von Mehrfachbeschäftigung erläutert. Die sich daraus ergebenden drei Möglichkeiten, die Zahl der Mehrfachbeschäftigung empirisch zu erfassen, werden einander gegenübergestellt und deren Entwicklung im Zeitverlauf mit den Veränderungen der regulatorischen Rahmenbedingungen für den Nebenerwerb in Verbindung gebracht. In einem weiteren Schritt werden die darauf durchgeführten Auswertungen mit anderen potenziellen Datenquellen verglichen, und es wird auf deren mögliche Vor- und Nachteile gegenüber dem SOEP eingegangen. Damit sollen einerseits die Auswertungsergebnisse anhand der SOEP-Daten validiert und andererseits das SOEP als die am besten für die Fragestellung dieser Arbeit geeignete Datengrundlage bestätigt werden. Diese rein quantitative Validierung der Ergebnisse kann, durch den besonderen Aufbau des SOEP als Paneluntersuchung, weiter auf die individuelle Personenebene heruntergebrochen werden. Damit lässt...

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