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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Barbara Pogonowska: Sterben und Tod in Lukas Bärfuss’ Stück Alices Reise in die Schweiz

Sterben und Tod in Lukas Bärfuss’ Stück

Alices Reise in die Schweiz

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Barbara Pogonowska

Zusammenfassung: Tod war schon immer ein zentrales Thema der Kunst und Literatur. In seinem Drama Alices Reise in die Schweiz behandelt Lukas Bärfuss die heikle Frage der Beihilfe zum Suizid, und die im Titel angesprochene Reise ist in Wirklichkeit eine Reise ‚ins Jenseits‘. In der Schweiz, den Niederlanden und Belgien ist die ärztliche Suizidhilfe erlaubt und stößt bei der breiten Gesellschaft, soweit sie schwerstkranke, betagte Menschen betrifft, auf Zustimmung oder zumindest auf Verständnis. Kontrovers bleibt aber das Recht auf den Tod der Patienten, die an mentalen Krankheiten leiden, etwa Depressionen, weil ihre Urteilsfähigkeit bezweifelt wird. Eben so einen Fall stellt der Schweizer Dramatiker auf der Bühne dar. Berührt werden in Bärfuss’ Stück auch weitere Probleme wie etwa Sterbehilfe als Dienstleistung, Sterbetourismus, gesellschaftlicher Umgang mit Sterbenden, Sinn und Rolle der modernen Medizin. Die große Resonanz, die Bärfuss Drama erfuhr, ergibt sich aber nicht aus der Todesthematik selbst, sondern aus der künstlerischen Umsetzung des Themas. Der Autor wirft zwar moralische Fragen auf, scheut sich aber die Rolle einer moralischen Instanz zu übernehmen. Er präsentiert ein Problem, aber bezieht nicht Stellung. Sein Text ist so konstruiert, dass er einen breiten interpretatorischen Raum für Regisseure und Schauspieler schafft. Diese Distanz des Autors verunsichert den Zuschauer, eröffnet aber den Raum für eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Problem.

Schlüsselworte: Lukas Bärfuss, Alices Reise in die Schweiz, Tod, Sterben, Sterbehilfe

„Es...

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