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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Dorota Sośnicka: Der „Theater-Urs“: „aggressiver, politischer, dialogischer, nach außen gewandt“: Zu Urs Widmers Theaterschaffen

Der „Theater-Urs“: „aggressiver, politischer,

dialogischer, nach außen gewandt“: Zu Urs

Widmers Theaterschaffen

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Dorota Sośnicka

Zusammenfassung: Der Beitrag entwirft einen Überblick über das gesamte Theaterschaffen Urs Widmers und versucht, vor dem Hintergrund von Widmers Poetik, der hauptsächlich als Prosaautor große Anerkennung gefunden hat, charakteristische Merkmale, Themen, Kontinuitäten und Zusammenhänge innerhalb seiner Theaterarbeiten aufzuspüren. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei seinem Stück Top Dogs gewidmet, das – 1996 am Theater Neumarkt in Zürich uraufgeführt – in den nächsten Jahren zum Dramen-Bestseller wurde. In Selbstdarstellungen und Kritiken als „Königsdrama der Wirtschaft“ bezeichnet, greift dieses Stück ein höchst aktuelles Thema der globalisierten Welt auf, nämlich die Entlassung von Topmanagern, die in die Räder des unerbittlichen Mechanismus von Macht- und Marktlogik geraten. Höchst interessant ist dabei auch die Form des Dramas, das unterschiedliche Bühnenformen durchspielt.

Schlüsselwörter: Trivialmythen, Dialektstücke, Kriminalstücke, Globalisierung, Top Dogs

Urs Widmer (1938–2014), der anerkannte Autor von zahlreichen Romanen, Erzählungen, Essays, Theaterstücken und Hörspielen, die alle einer unkonventionellen, formbewussten Literatur1 zuzurechnen wären, gehört zweifelsohne zu den bedeutendsten und bekanntesten Vertretern der Deutschschweizer Gegenwartsliteratur. Dies bezeugen teilweise schon die vielen literarischen Preise2, die er für sein Schaffen erhalten hat, darunter der Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg, mit dem er 2001 als der erste nicht-deutsche Autor für seinen „Einfallsreichtum und seine Sprachakrobatik“3 ausgezeichnet wurde, dafür, dass er ←129 | 130→„auf humorvolle Weise, aber mit kritischem Blick“4 die gesellschaftlichen Missstände beschreibt.

Urs...

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