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Vom Gipfel der Alpen… Schweizer Drama und Theater im 20. und 21. Jahrhundert

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Edited By Karolina Sidowska and Monika Wąsik

Das Ziel dieses Buches ist in erster Linie die Popularisierung dieser Schweizer Theaterautoren, die – mit Ausnahme vielleicht von Lukas Bärfuss – im polnischen sowie europäischen Umfeld wenig bekannt oder gar unbekannt sind, wie Mathias Zschokke, Thomas Hürlimann, Lukas Linder, etc. Bei manchen von ihnen steht das politische und soziale Engagement deutlich im Fokus (Albert Ehrismann, Urs Widmer, Milo Rau). Darüber hinaus wird aus heutiger Perspektive der Literaturkanon, d.h. das Œuvre von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt, neu gelesen und reinterpretiert. Nicht zuletzt finden hier auch einige Aspekte der Organisation des Theatersystems in der Schweiz, wie z.B. die Förderungsmaßnahmen für junge AutorInnen oder das gegenwärtige Puppentheater, eine Beleuchtung. 

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Richard McClelland: „Schweiz erwache!“ Milo Raus City of Change (2010–2011), das Theater und die Schweizer Demokratie

„Schweiz erwache!“ Milo Raus City of Change

(2010–2011), das Theater und die Schweizer

Demokratie

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Richard McClelland

Zusammenfassung: Der schweizerische Regisseur Milo Rau (*1977) leitet seit 2007 das Theaterkollektiv The International Institute of Political Murder. Er ist wegen zahlreicher, komplexer Inszenierungen berühmt, in denen er die unangenehmsten, beunruhigendsten und bedeutsamsten Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit auf der Bühne stellt. In diesem Beitrag betrachtet Richard McClelland Raus City of Change (2010/11 Theater St. Gallen), eine Kunst- und Politaktion, die das politische System des Kantons St. Gallen genau unter die Lupe nahm. Anhand des Legislativen Theaters des brasilianischen Regisseurs Augusto Boal (1931–2009) untersucht er die Rolle des Theaters in der schweizerischen Politik und die politische Rolle des Theaters selbst.

Schlüsselwörter: Milo Rau, Legislatives Theater, City of Change, Kunstaktion, Politik

Am 31 Januar 1999 erschieß der Kosovo-Albaner Ded Gecaj den St. Galler Lehrer Paul Spirig. Der Grund dafür: Gecaj wollte seine Ehre verteidigen, weil Spirig das Leben seiner Tochter gerettet hat; die 14-jährige Schülerin hat versucht, Selbstmord zu begehen, weil sie jahrelang von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde. Der sogenannte „St. Galler Lehrermord“ verursachte nicht nur in der Ostschweizer Provinz, sondern auch landesweit einen Skandal: In den Wochen nach dem Attentat gab es eine erregte Debatte über die ausländische Bevölkerung in der Schweiz, ihre Rechte innerhalb des Landes und ihre Anpassung an die schweizerische Gesellschaft. Nach dem Attentat flüchtete Gecaj in seine Heimat, von wo er im August 2010 in die Schweiz ausgeliefert wurde. Als er sich zwei Monate später...

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