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Dynamische Approximationen

Festschriftliches pünktlichst zu Eva Lavrics 62,5. Geburtstag

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Edited By Marietta Calderón and Carmen Konzett-Firth

Der vorliegende Band ist der Romanistin Eva Lavric als Festschrift gewidmet. Er spiegelt durch die Auswahl der Beiträge Eva Lavrics wissenschaftliches Œuvre und ihre vielfältige internationale Vernetzung wider. Die Beiträge nehmen häufig eine kontrastivlinguistische Perspektive ein, beschäftigen sich aber nicht nur mit dem Deutschen und dem Französischen, sondern gehen weit darüber hinaus. Methodologisch spannt sich der Bogen von theoretischen Modellierungen und klassischen systemlinguistischen Beschreibungen syntaktischer oder semantischer Phänomene über diskursanalytische Ansätze und neue soziolinguistische Methoden wie dem  «linguistic landscaping» bis hin zur Korpuslinguistik und Interaktionsforschung.

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Manfred Kienpointner & Helmut Weinberger (Innsbruck): Kasus kontrastiv: Türkisch – Deutsch

Kasus kontrastiv: Türkisch – Deutsch

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Manfred Kienpointner & Helmut Weinberger (Innsbruck)

Die kontrastive Darstellung der Kasussysteme des Türkischen und Deutschen wirft die schwierige Frage auf, ob von einer einheitlichen Grundbedeutung der Kasusmorpheme ausgegangen werden kann. Im Folgenden sollen dabei drei theoretische Positionen unterschieden werden:

I. die traditionelle Kasuslehre, wie sie z. B. in großen Lateingrammatiken (Kühner / Stegmann 1962, Hofmann / Szantyr 1965) repräsentativ vertreten wird, nach der einige eher allgemeine Bedeutungen und eine enorme Fülle von Bedeutungsvarianten von Kasus unterschieden werden;

II. die in der Functional Grammar von Dik (1997, vol. 1: 369 f.) und Pinkster (1988: 94 ff., 1990: 63 ff., 2015: 1177 ff.) vertretene Position, nach der zumindest die „zentralen“ Kasus wie Nominativ / Akkusativ oder Absolutiv / Ergativ (cf. ähnlich Blake 1994: 34) eher eine diskriminierende als eine charakterisierende Funktion aufweisen;

III. die im funktionalen Strukturalismus, z. B. von Jakobson (1974) und Coseriu (1987), vertretene Position, nach der sich auch für Kasusmorpheme eine „Gesamtbedeutung“ (Jakobson) oder „Grundbedeutung“ (Coseriu) beschreiben lässt, die (fast) alle kontextspezifischen Bedeutungsvarianten erklären kann (zur Verteidigung des Konzepts der „Grundbedeutung“ cf. Kienpointner 2008).

In der traditionellen Kasuslehre wurde z. B. für das Lateinische angenommen, dass jedem Kasus eine ganze Reihe von Haupt- und Dutzende von Unterbedeutungen zuzuweisen sei (cf. z. B. Kühner / Stegmann I, 1962: 252 ff.; Hofmann / Szantyr 1965: 21 ff.). An dieser Sicht sind plausibel folgende Punkte kritisiert worden: 1. Syntaktische und semantische Kriterien...

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