Dynamische Approximationen
Festschriftliches pünktlichst zu Eva Lavrics 62,5. Geburtstag
Summary
Excerpt
Table Of Contents
- Cover
- Titel
- Copyright
- Autorenangaben
- Über das Buch
- Zitierfähigkeit des eBooks
- Inhaltsverzeichnis
- Tabula gratulatoria
- Marietta Calderón & Carmen Konzett-Firth: Erfüllende Fülle, klar
- Danksagung
- Verzeichnis der wissenschaftlichen Publikationen von Univ.-Prof. Mag. Dr. Eva Lavric
- Kapitel 1: Sprache & Zahlen
- Paul Danler (Innsbruck): Warum sieben Wörter sieben sind, 1.188 aber auch eines sein können, sehr frei nach Eva Lavric. Überlegungen zur angewandten lexikalischen Pragmatik
- Peter Handler (Wien): Von 0x0.fr bis 100pour100.fr. Ziffern, Zahlen und Quantitäten in französischen Web-Adressen
- Thomas Lindner (Salzburg): Radix zenzica , die Coß, Aggregate und surdesolide Dignitäten: linguistische Approximationen an die Wissenschaftsgeschichte der Mathematik
- Eduardo José Jacinto García (Córdoba): Entre el sistema y la norma: el tratamiento lexicográfico de los numerales con valor aproximativo en español
- Heidi Siller-Runggaldier (Innsbruck): Verbvalenz und Valenzvarianz
- Kapitel 2: Sprachen im Kontrast
- Maria Iliescu (Innsbruck): Notion et lexicalisation. Le concept ‘très chaud’ (angl. hot , all. heiß) et sa lexicalisation dans quatre langues romanes
- Manfred Kienpointner & Helmut Weinberger (Innsbruck): Kasus kontrastiv: Türkisch – Deutsch
- Anita Pavić Pintarić (Zadar): Substantivische Ausdrücke der großen Quantität in der deutschen und kroatischen Sprache
- Barbara Schäfer-Prieß (München): Expressive Bedeutung bei Ausdrücken mit Bewegungsverben im Sprachvergleich Französisch–Deutsch
- Kapitel 3: Sprache in Bildungskontexten
- Martina Mayer & Wolfgang Pöckl (Innsbruck): Stellenwert und Zielsetzungen des Übersetzungsunterrichts in philologischen und translationswissenschaftlichen Curricula: eine diachrone Skizze aus translationswissenschaftlicher Sicht
- Martin Stegu & Holger Wochele (Wien): Die Wahrnehmung sprachlicher Fehler im beruflichen Kontext: ein Beispiel für „Laienlinguistik“?
- Carmen Konzett-Firth (Innsbruck): c’est comme en anglais: Sprachvergleichspraktiken von Schüler*innen und Lehrer*innen im Französischunterricht
- Jakob Wüest (Zürich): Eine Textsorte im Umbruch. Geschichtslehrbücher zwischen Erzählung und Didaktik
- Kapitel 4: Sprache & Fach(kon)texte
- Fiorenza Fischer (Vienna): Game Theory as a Source of Metaphors in Economic Terminology
- Peter Holzer (Innsbruck): Pragmatische Aspekte von Rechtstexten Spanien – Österreich
- Gerda Haßler (Potsdam): Kollokationen in der Pressesprache und in politischen Reden
- Laurent Gautier (Dijon): La recherche en « langues-cultures-milieux » de spécialité au prisme de l’épaisseur socio-discursive
- 5. Kapitel: Sprache & soziale Phänomene
- Jannis Harjus (Innsbruck): Lo siento pisha to er mundo no pué ser de Cai: Graphische Approximationen an phonetisch-phonologische Elemente des in Andalusien gesprochenen Spanisch in den linguistic cityscapes der Provinz Cádiz
- Marietta Calderón (Salzburg): … poi le parole: Distinción fonética und Seseo in öffentlichen Realisierungen von Agustín Laras Granada
- Monika Messner (Salzburg): „Wichtig ist, dass die Botschaft hinüberkommt, wie, ist dabei gleichgültig.“ Mehrsprachigkeit im Vergleich: Orchesterproben vs. Fußballfeld
- Julia Kuhn & Rafael Eduardo Matos (Jena): Estudio de la vitalidad de la lengua indígena pemón, en el sureste de Venezuela: el caso de la comunidad de Chirikayén
- Machteld Meulleman (Reims) & Eugeen Roegiest (Gand): Le marquage différentiel de l’objet direct en galicien contemporain : quelles interférences de l’espagnol ?
- Nadine Rentel (Zwickau): Von der descente aux enfers und dem grand marathon zum être au paradis. Geburtsmetaphern in französischen Online-Diskussionsforen
- 6. Kapitel: Sprache & Kulinaria
- Cornelia Feyrer (Innsbruck): Wenn Kulinaria zu Herzen gehen: Kulinarische Kultureme und Universalien in Gesundheitskampagnen und Pharmawerbung
- Cornelia Gerhardt & Isabel Schul (Saarbrücken): Vegane Foodblogs: Fachsprachliche Adjektive und Modifikationen
- Sandra Herling (Siegen): Maulwurf, Guillaume, Sa Vall – eine kontrastive Studie zu deutschen und romanischen Weinnamen
- Maurice Kauffer (Nancy): Les fruits sont-ils bilingues ? Le fruité des vins en allemand et en français
- Bernd Spillner (Duisburg-Essen): Wein – Fachwissen, Sprechen über Wein. Ein Überblick für EinsteigerInnen
Erfüllende Fülle, klar
Marietta Calderón & Carmen Konzett-Firth
Von der Prämisse ausgehend, dass niemand Eva Lavric in „Fülle und Klarheit“ (cf. Schriftenverzeichnis von Eva Lavric, in diesem Band) auch nur approximativ gleichkommen wird (schließlich handelt es sich um quantitativ begrenzte Festschriftbeiträge), haben die Festschriftherausgeberinnen einen für die Jubilarin symptomatischen, da von Alltagsphänomenen beispielreich ausgehenden und zwei ihrer Interessensgebiete (nämlich Semantik und Mathematik) verbindenden Aufsatz1 als linguistischen Input potenziellen Beiträger*innen dieser Festschrift zukommen lassen; dies geschah in der Hoffnung darauf, dass die Autor*innen sich mittels ihrer jeweiligen Beiträge Eva Lavrics Forschungsthemen dynamisch annähern sollten. Diese Interaktion führte zu sechs Themengruppen, worin 27 i. e. S. linguistische Arbeiten aus unterschiedlichen Teildisziplinen zu romanischen und anderen Sprachen sowie ein forschungsgeschichtlich inspirierter essayistischer Ausklang zusammengefasst sind. Insgesamt haben Beiträge von Forschenden unterschiedlichster Beziehungen zu Eva Lavric und diesseits und jenseits ihres jeweils eigenen 62,5. Geburtstags in diesen Band Eingang gefunden.
Themengruppe 1) befasst sich, als dem versandten Impulsaufsatz inhaltlich nächststehende, mit Sprache und Zahlen. Innerhalb dieser Gruppe greift Paul Danler die in Lavric (2007) gegebenen Anregungen am deutlichsten auf und überträgt sie auf politische Reden. Wegen dieser Nähe und zugleich kreativ-dynamischen Übertragung in die Forschungsinteressen dieses Innsbrucker Romanisten haben wir diesen Beitrag an den Anfang gestellt. Es folgt eine Terminologiegeschichte der Mathematik des Salzburger Indogermanisten und Wissenschaftshistorikers Thomas Lindner, der mit Eva Lavric das Interesse für Mathematik teilt. Zwei Romanisten nehmen anschließend einige der von Eva Lavric ausgelegten Zahlen- und numeraliareichen Fäden auf und spinnen sie sprach(en)spezifisch weiter: zum Spanischen der nach seinem Wirken an der Universität Innsbruck nach Cordoba übersiedelte Eduardo Jacinto García; zum Französischen der an der Wiener WU tätige Peter Handler. Beschlossen wird die Beitragsgruppe mit einem abstrakt-theoretischen Beitrag von Heidi ←13 | 14→Siller-Runggaldier, weniger zu Sprache und Zahlen als vielmehr zu Linguistik und Zahlen, nämlich zur Valenzsemantik.
2) Sprachen im Kontrast: Eva Lavric ist eine Hauptverantwortliche dafür, dass die auf Gerd Wotjak zurückgehende Internationale Arbeitstagung zum romanisch-deutschen und innerromanischen Sprachvergleich nach Innsbruck gekommen und dort gleichsam institutionalisiert worden ist, was sich auch in mittlerweile bereits drei Sammelpublikationen unter dem Titel „Comparatio delectat“ – z. B. Lavric / Konecny / Konzett-Firth / Pöckl / Messner / Jacinto García (Hg.) 2019 – niedergeschlagen hat. Sprachen und ihre Phänomene sprachvergleichend in Kontrast zueinander zu setzen dient nicht nur der Auseinandersetzung mit systembezogenen Fragestellungen und Entwicklungen in den untersuchten Sprachen, es kann auch bei eigenem Sprachenlernen hilfreich sein – so etwa bei Eva Lavrics Sich-Erarbeiten romanischer Kontrastsprachen (in ihrem Fall zum Französischen). Auch der in dieser Gruppe erstplatzierte Beiträger, der Innsbrucker Allgemeine Linguist Manfred Kienpointner, hat im Erwachsenenalter beschlossen, sich einer Sprache, die er davor nicht gelernt hatte, intensiv anzunähern, noch dazu einer Sprache, die seiner Muttersprache Deutsch typologisch nicht sehr nahe ist, nämlich Türkisch. Der von ihm gemeinsam mit dem Slawisten Helmut Weinberger verfasste Beitrag, der sich der Gegenüberstellung des Kasussystems des Türkischen und desjenigen des Deutschen widmet, ist – wie dies auch bei Eva Lavric im Zuge ihrer Erarbeitung für sie neuer sprachlicher Welten der Fall war und immer noch ist – Folge von und Hilfe bei diesem Beschreiten von Neuem. Die weiteren Titel der unter Sprachen im Kontrast veröffentlichten Beiträge sind selbsterklärend: Anita Pavić Pintarić hat zu wortsemantischen Fragen des Kroatischen und des Deutschen, Maria Iliescu zu ‚sehr heiß‘ in vier romanischen Sprachen, und Barbara Schäfer-Prieß zu Bewegungsverben im Deutschen und Französischen gearbeitet.
Themengruppe 3) beschäftigt sich mit Sprache in Bildungskontexten aus unterschiedlichen Perspektiven und spiegelt damit die vielseitigen Interessen der Jubilarin an diesem Bereich wider: Martina Mayer und Wolfgang Pöckl reflektieren in ihrem Beitrag Funktion und Stellenwert des Übersetzens in den Curricula philologischer Studienrichtungen einerseits und der Translationswissenschaft andererseits. Den Fokus auf professionsspezifische Kompetenzen richten auch Martin Stegu und Holger Wochele, wenn sie sich für die Wahrnehmung sprachlicher Fehler in beruflichen Kontexten, konkret in Bewerbungsschreiben, interessieren; ihre hier präsentierte empirische Studie ist ein Beitrag zur Laienlinguistik. Mit dem Aufsatz von Carmen Konzett-Firth schwenkt der Blick auf den Bildungskontext Schule, fokussiert aber nach wie vor einen Bereich i. w. S. „laienlinguistischen“ Zugangs zu Sprache: Es geht um spontane ←14 | 15→Sprachvergleichshandlungen von Lehrer*innen und Schüler*innen im Französischunterricht. Schulischen Kontexten widmet sich schließlich auch der letzte Beitrag in dieser Themengruppe: Jakob Wüest präsentiert eine diskursanalytische Untersuchung von Geschichtslehrbüchern; darin beleuchtet er kritisch, inwiefern sich moderne Geschichtsbücher in Schweizer, deutschen und französischen Lehrwerken in der Darstellung geschichtlicher Ereignisse, insbesondere in Bezug auf die Narrativität der Texte, unterscheiden,
Details
- Pages
- 604
- Publication Year
- 2019
- ISBN (Hardcover)
- 9783631796498
- ISBN (PDF)
- 9783631799727
- ISBN (ePUB)
- 9783631799734
- ISBN (MOBI)
- 9783631799741
- DOI
- 10.3726/b16043
- Language
- German
- Publication date
- 2020 (January)
- Keywords
- Kontrastive Linguistik Romanistik Interaktionsforschung Diskursforschung Semantik
- Published
- Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2019. 604 S., 34 s/w Abb., 27] Tab.
- Product Safety
- Peter Lang Group AG