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Wissenskommunikation im Web

Sprachwissenschaftliche Perspektiven und Analysen

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Edited By Katrin Beckers and Marvin Wassermann

Für die individuelle und gesamtgesellschaftliche Wissenskommunikation, d.h. den kommunikativ vermittelten Transfer sprachlich gefassten Wissens, haben sich durch die allumfassende Digitalisierung die Bedingungsgefüge in vielfacher Hinsicht verändert. Neue technisch-mediale Rahmenbedingungen, diversifizierte und flexibilisierte Textsorten und Interaktionstypen sowie undurchsichtige Akteurs-Konstellationen lassen eine ganze Reihe neuer wissenskommunikativer Erscheinungsformen entstehen, die trotz ihrer großen alltäglichen Bedeutung erst in Ansätzen beschrieben sind. Der Sammelband dokumentiert sprach- und transferwissenschaftliche Perspektiven auf diesen multidisziplinär im Fokus stehenden Gegenstandsbereich.

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Matthias Meiler: Offene Spielräume: wissenschaftliches Bloggen zwischen Kolloquium, Zeitschrift und Forschungstagebuch

Offene Spielräume: wissenschaftliches Bloggen

zwischen Kolloquium, Zeitschrift und

Forschungstagebuch

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Matthias Meiler

Abstract: The article presents characteristics of the evolving practice of scholarly blogging which clearly relate to traditional patterns of scholarly communication. These relations, however, also show in which way the structure or quality of publicly negotiated scientific knowledge is determined by the newly adopted communication form (weblog) in which it is published.

Unterscheidungen wie die zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit oder zwischen Diskurs und Text können noch keine linguistischen Gegenstände bestimmen, die der Wirklichkeit gesellschaftlicher Praxen entsprechen (vgl. Stein 2011: 14–15). Sprachlich-kommunikative Praxen sind von gesellschaftlichen Zweckstrukturen her bestimmt und nicht von den Mitteln ihrer medialen Ermöglichung. Insofern liegen sprachlich-kommunikative Praxen immer quer zu Unterscheidungen wie den genannten.

Die Praxis interner Wissenschaftskommunikation kann deshalb zwar auf einer allgemeinen Ebene von ihren Normen, Maximen und Voraussetzungen her relativ einheitlich beschrieben werden (vgl. Merton 1985). Sie zeichnet sich – so könnte man allgemein formulieren – u.a. dadurch aus, eine spezifische Haltung zu jenem Wissen zu pflegen, das sie selbst hervorbringt: die Haltung nämlich, dass jede wissenschaftliche Erkenntnis immer und ganz prinzipiell als vorläufig zu betrachten ist. Diese Haltung verdankt sich in ihrer heutigen Verbindlichkeit und praktischen Umsetzung aber einer komplexen Entwicklungsgeschichte, bei der freilich die Veränderungen der Kommunikationsmedien eine nicht unerhebliche Rolle spielten.1

Gleichzeitig können zwar auch die Medientechnologien auf einer allgemeinen Ebene relativ einheitlich beschrieben werden. Sie deswegen getrennt von ihrer Nutzung zu behandeln, führt allerdings zu denselben Verkürzungen (wie sog. Einzelmedienontologien,...

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