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Wissenskommunikation im Web

Sprachwissenschaftliche Perspektiven und Analysen

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Edited By Katrin Beckers and Marvin Wassermann

Für die individuelle und gesamtgesellschaftliche Wissenskommunikation, d.h. den kommunikativ vermittelten Transfer sprachlich gefassten Wissens, haben sich durch die allumfassende Digitalisierung die Bedingungsgefüge in vielfacher Hinsicht verändert. Neue technisch-mediale Rahmenbedingungen, diversifizierte und flexibilisierte Textsorten und Interaktionstypen sowie undurchsichtige Akteurs-Konstellationen lassen eine ganze Reihe neuer wissenskommunikativer Erscheinungsformen entstehen, die trotz ihrer großen alltäglichen Bedeutung erst in Ansätzen beschrieben sind. Der Sammelband dokumentiert sprach- und transferwissenschaftliche Perspektiven auf diesen multidisziplinär im Fokus stehenden Gegenstandsbereich.

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Thomas Niehr: Populistische Medienkritik im Netz. Erscheinungsweisen und Erklärungsversuche

Populistische Medienkritik im Netz.

Erscheinungsweisen und Erklärungsversuche

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Thomas Niehr

Abstract: Nowadays, the call for “counter-publicity” can be heard more and more frequently on the internet. This type of media criticism, which is practised by right-wing populists in particular, is presented by means of examples. The analysed examples show that media criticism often works with blanket assumptions and is hardly substantiated by arguments.

Nicht erst seit den Lügenpresse-Rufen vonseiten Pegidas und der AfD gibt es Kritik an der Berichterstattung der sogenannten Mainstream-Medien. So analysiert bereits Habermas im Jahre 1962 den Strukturwandel der Öffentlichkeit, den er pessimistisch beurteilt: „Statt öffentlicher Meinung spielt sich in der manipulierten Öffentlichkeit eine akklamationsbereite Stimmung ein, ein Meinungsklima. Manipulativ ist vor allem die sozialpsychologische Kalkulation von Angeboten, die an unbewußte Neigungen adressiert sind und voraussehbare Reaktionen hervorrufen […].“ (Habermas 1962/1990: 321). Habermas sieht die Massenmedien als eine „gesellschaftliche[] Macht […], die sich zur Privilegierung und Boykottierung der in die Öffentlichkeit einströmenden Privatinteressen und zur Mediatisierung aller bloß individuellen Meinungen eignet“ (ebd.: 332). Ähnlich argumentieren Negt und Kluge etwa 10 Jahre später. Sie kritisieren die bürgerliche Öffentlichkeit, der sie eine proletarische Öffentlichkeit als Forderung gegenüberstellen, denn: „Das Normengeflecht der bürgerlichen Öffentlichkeit wird von massiven Produktionsinteressen derart okkupiert, daß es zu einer Instrumentensammlung wird, die von privaten Interessen eingesetzt werden kann.“ (Negt/Kluge 1974: 41) Wiederum 20 Jahre später zeigen Gerhards, Neidhardt und Rucht (1998: 181) am Beispiel der Abtreibungsdebatte in Deutschland schließlich, dass die Zugangsbedingungen zu den Massenmedien keineswegs gleich bzw. demokratisch verteilt sind: „Akteure...

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