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Das musikalische Aufführungsrecht in Deutschland im 19. Jahrhundert

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Felix Rasch

Das Aufführungsrecht ist das erste unkörperliche Recht des Urheberrechts. Dessen Entstehung stellt diese Arbeit anhand der Gesetzesentwicklung von 1837 bis 1901 dar. Der Autor stellt fest, dass die deutsche Entwicklung des musikalischen Aufführungsrechts vergleichsweise langsam und spät erfolgte. So bezog sich die gesetzgeberische Diskussion zunächst nur auf das dramatische Aufführungsrecht, während die Schutzwürdigkeit musikalischer Werke noch nicht anerkannt war. Der Autor untersucht die Ursachen für diese späte Entwicklung anhand der gesellschaftlichen Vorbedingungen für ein musikalisches Aufführungsrecht. Dabei zeigt er insbesondere die Kausalität zwischen dem Bestehen eines öffentlichen Konzertwesens und einer lohnenswerten Rechteverwertung durch die Komponisten auf.

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A. Einleitung

A. Einleitung

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„Man weiß, daß Mozarts ganze Einnahmen für ein unsterbliches Meisterwerk Don Giovanni in 300 Gulden bestanden hat, die ihm der Theaterunternehmer Guardasoni zu Prag dafür bezahlte, während alle Theater in Europa ihre Cassen durch die Vorstellungen dieser Oper füllten, ja in England der Fall vorkam, daß ein Theaterunternehmer, welcher sich auf ähnliche Weise bereichert hatte, von einem Andern, der ihm den Rath dazu gegeben, bloß dafür auf eine Tantieme von mehreren tausend Pfund belangt wurde. Man weiß, daß Beethoven für das Meisterwerk Fidelio überhaupt mehr nicht als 800 Gulden von dem Theater an der Wien bezog, deßhalb aber auf fernere dramatische Arbeiten verzichtet hat. Man weiß, welchen Mühseligkeiten und Streithändeln sich Maria von Weber unterziehen mußte, um nur eine kärgliche Belohnung für seine genialen Productionen zu retten. Und den Dramaturgen ist es zu keiner Zeit besser ergangen.“1

Mit diesen Worten setzte sich der sächsische Gesandte im Jahr 1836 in der Bundesversammlung für die Einführung eines musikalischen Aufführungsrechts ein. Zur endgültigen Umsetzung kam es allerdings erst 65 Jahre später. Dabei ist das Kulturphänomen der öffentlichen Aufführung keineswegs erst im 19. Jahrhundert aufgetaucht. So kam es bereits in der Antike zu bühnenmäßigen Aufführungen von theatralischen Werken.2 Schon im alten Rom implizierte die Übergabe des Manuskriptes etwa zugleich die Erlaubnis zur Uraufführung des Werkes.3 Nach der ersten Aufführung konnte das Werk sodann durch jeden anderen...

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