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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Zersetzung des Gesellschaftlichen und Zersetzung des Subjekts in der Kriegsliteratur postjugoslavischer Autorinnen (Daša Drndić und Ivana Sajko)

Zersetzung des Gesellschaftlichen und Zersetzung des Subjekts

in der Kriegsliteratur postjugoslavischer Autorinnen

(Daša Drndić und Ivana Sajko)

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Cristina Beretta (Klagenfurt)

Dieser Beitrag fokussiert auf postjugoslavische Prosatexte, in denen der Krieg aus der Perspektive weiblicher Hauptfiguren erzählt wird, die durch den Krieg betroffen sind, ihn nicht selber durchführen und somit männlichen bewaffneten, den Krieg durchführenden Nebenfiguren gegenüberstehen. Die hiermit angeschnittene Rollenverteilung könnte als Affirmation der binären Opposition „homo politicus“ versus „femina privata“1 (bezogen auf den Krieg: der Mann als Täter, die Frau als Opfer) anmuten, was im Kontext der feministischen Hervorhebung von agency und subjectivity wie ein deterministischer backlash anmuten könnte. Krieg als reine Männersache?

Im südslavischen Kontext ist die aktive Partizipation von Frauen am Gesellschaftlichen und Politischen recht gut erforscht, darunter auch die Teilnahme von Frauen an Kriegen. Diese Teilnahme ist im jugoslawischen Kontext klarer zu umreißen: Die qualitativ und quantitativ vielfältige Beteiligung von Frauen am PartisanInnenkampf im Zweiten Weltkrieg gegen die nationalsozialistische und faschistische Besatzung ist relativ gut untersucht worden.2 Im Zusammenhang mit den jugoslavischen Kriegen der 1990er Jahre ist die Lage weniger klar. So bemängelt etwa Dubravka Žarkov (Žarkov 2007), der ‚westliche’, feministische Diskurs habe im Kontext der Jugoslavienkriege eine Viktimisierung von Frauen, insbesondere als Opfer von Massenvergewaltigung, betrieben, ohne die „aktive Beteiligung von Frauen an nationalistischen Projekten und an Kriegsgewalt“ zu berücksichtigen.3 Von dieser Beteiligung ist derzeit aber nicht viel bekannt. Žarkov selbst wurde bei ihrer Erforschung der Präsenz von Soldatinnen in der medialen (post)jugoslavischen Darstellung dieser Kriege kaum fündig. Dies...

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