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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Das Plato-Bild in der „Kritik der reinen Vernunft“

Das Plato-Bild in der „Kritik der reinen Vernunft“

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Danilo N. Basta (Belgrad)

Für Svetlana und Gerd, die lieben Menschen, mit denen ich über Kant zu reden mehrmals wertvolle Gelegenheit hatte.

Einer der Hauptvertreter der Marburger Schule des Neukantianismus, Paul Natorp, veröffentlichte vor mehr als einem Jahrhundert (1903) sein berühmtes Buch Platos Ideenlehre, das ohne Zweifel der Forschung von Platons Philosophie neue, wichtige und frische Impulse gab. Achtzehn Jahre später (1921) erschien auch die zweite Auflage dieses Buchs; diesmal hielt es der Autor für erforderlich, dem Buch einen metakritischen Anhang hinzuzufügen, der 1920 unter dem Titel Logos-Psyche-Eros geschrieben wurde. An einer Stelle dieses Anhangs, der sehr umfangreich und für das Verständnis des Buches unentbehrlich ist, wies Natorp entschieden jeden Einwand zurück, Platon als Kantianer vor Kant oder vielmehr als Marburger Kantianer vor Marburg deuten (umdeuten) zu wollen. Anschließend fügte er aber folgendes hinzu: „Wer in Plato die auf Kant voraus-, in Kant die auf Plato zurückweisenden Züge übersehen kann, muss beide gleich schlecht begriffen haben.“1

Es ist ganz gewiss, dass den kreativen Gründer des philosophischen Idealismus und den schöpferischen Urheber des kritischen Idealismus viele oft sichtbare und manchmal auch unsichtbare Fäden verbinden. Es ist unbestreitbar, dass in Platons Denken und insbesondere im Mittelpunkt dieses Denkens, in seiner Ideenlehre, Motive enthalten sind, die intentional-antizipativ auf Kants Unternehmen der kritischen Überprüfung der menschlichen Vernunft sowie deren Macht und Grenzen hinweisen. Andererseits aber weisen einzelne Elemente der Kantischen...

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