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Brückenschläge Nord: Landeskunde an der Schnittstelle von Schule und Universität

Beiträge zur 4. Konferenz des Netzwerks «Landeskunde Nord» in Tallinn am 26./27. Januar 2018

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Edited By Frank Thomas Grub and Maris Saagpakk

2012 wurde das Netzwerk Landeskunde Nord gegründet, dessen Ziel es ist, Forschung und Lehre zur Landeskunde des Deutschen als Fremdsprache, insbesondere in den nordischen und den baltischen Ländern voranzutreiben. Die Publikation knüpft an die bereits erschienenen Bände Landeskunde Nord, Perspektive Nord und Spektrum Nord an und bietet weitere Beiträge zur wissenschaftlichen Theoriebildung in Verbindung mit unterrichtspraktischen Reflexionen und Projektvorstellungen. Dabei werden u.a. Brücken zwischen den verschiedenen Ebenen der Bildungssysteme geschlagen. Die Beiträge nehmen international geführte Fachdiskussionen u.a. zu Erinnerungsorten, Linguistic Landscapes und zum kreativen Schreiben auf und haben auch deshalb über die nordischen und baltischen Länder hinaus Bedeutung.

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Medizinball, Merkel, Walachei: Argumente für eine gegenwartsbezogene Literaturwissenschaft und Landeskunde am Beispiel von Unterricht für Deutsch-Studierende in Finnland (Dieter Hermann Schmitz)

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Dieter Hermann Schmitz

Medizinball, Merkel, Walachei: Argumente für eine gegenwartsbezogene Literaturwissenschaft und Landeskunde am Beispiel von Unterricht für Deutsch-Studierende in Finnland

Zusammenfassung: Angesichts einer sich ändernden Hochschullandschaft mit starker Orientierung an Bedürfnissen der Berufswelt stellt sich die Frage, welche landes- und kulturkundlichen Inhalte und Methoden, welche Kenntnisse und Fertigkeiten zukünftigen Übersetzern, Sprachenlehrern oder Kultur- und Kommunikationsfachkräften zu vermitteln sind. Im Zentrum dieser Ausführungen stehen Erfahrungen aus dem Seminar (‚Kurs‘) Deutsche Gegenwartsliteratur im Grundstudium, das alle Anfänger im ersten Studienjahr besuchen. Unter anderem wurden in diesem Kurs Auszüge aus dem Erfolgsroman Tschick (2010) von Wolfgang Herrndorf gelesen. Bei der Auseinandersetzung mit diesem Jugendroman, einer sprachlich einfachen und im heutigen Gegenwarts-Deutschland verankerten Geschichte, stellte sich heraus, dass den Studenten längst nicht alle Dimensionen des Textes aufgingen, nicht alle Anspielungen verstanden oder alle Allusionen als potentielles Übersetzungsproblem erkannt wurden. Der Grund dafür lag – wie eine Rücksprache mit den Studierenden aufzeigte – kaum in mangelnden Sprachkenntnissen, sondern eher in fehlendem landeskundlichem Wissen. Augenfällig wurde dies bei der Beschäftigung mit kulturgebundenen Phänomenen des Textes, ihrer Interpretation und möglicher Translation. Die Ergebnisse der hier dargestellten Unterrichtsversuche weisen darauf hin, dass die universitäre Lehre sich bei Berufs- bzw. Praxisbezug konsequent an der Gegenwartskultur zu orientieren hat, bei der eine Vertiefung in Kulturgeschichte oder eine Konzentration auf Hochkultur nur bedingt sinnvoll erscheinen.

Schlüsselbegriffe: Landeskunde, Philologie und Translationswissenschaft, universitäre Lehre, Praxisnähe

Abstract: In...

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