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Transfer und Transformation von Wissen

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Edited By Matthias Ballod

Wissenstransfer und Wissenstransformation sind zentrale Herausforderungen in der Wissensgesellschaft. Die fortschreitende Fragmentierung von Wissensdomänen und die eingeschränkte Zugänglichkeit von Wissensressourcen sind nur zwei gegenläufige Tendenzen. Umso mehr rücken funktionale Aspekte von Wissenskonstruktion und Wissenskonstitution in den Blickpunkt. Dieser Band bündelt ausgewählte transdisziplinäre Perspektiven und Positionen des Themenfeldes.

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Volker Roelcke: Daten – Deuten – Umdeuten: Überlegungen zu Deutungsprozessen und Wissenstransfer in Medizin und Biowissenschaften

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Volker Roelcke*

Daten – Deuten – Umdeuten: Überlegungen zu Deutungsprozessen und Wissenstransfer in Medizin und Biowissenschaften

Abstract Conventionally, two essential criteria for scientific knowledge are that the data in question are produced following an explicit method, and that they can be reproduced by following the explicated method. However, in this contribution it is argued that even data fulfilling these criteria are not self-explanatory, but that they are in need of interpretation to constitute “knowledge”. Two examples (from molecular biology, and psychiatry) are used to illustrate that knowledge-transfer may be conceptualized as a change of the interpretative framework for given data by new contexts.

Wissen kann als eine sozial geteilte und für „wahr“ oder zumindest für „angemessen“ gehaltene Form der Deutung von Welt verstanden werden, die Erfahrung und Handeln leitet.1 Wissenschaftliches Wissen wäre im Anschluss daran eine Sonderform der Weltdeutung, die sich durch eine Reihe von zusätzlichen Kriterien auszeichnet:2 Zu nennen sind hier insbesondere der explizite Charakter dieses Wissens, der intersubjektive Geltungsanspruch sowie die Möglichkeit der Nachvollziehbarkeit bei Anwendung einer systematischen Vorgehensweise. Die Wissenschaftsforschung im Anschluss an Ludwik Fleck, Bruno Latour, Donna Haraway und anderen hat gezeigt, dass auch in der Medizin und den biomedizinischen Wissenschaften methodisch erzeugte und reproduzierbare Daten (z.B. aus dem Labor) nicht selbst-erklärend sind, sondern der Deutung bedürfen, um sie zu wissenschaftlichem „Wissen“ zu machen.3 Wissenstransfer kann in ←109 | 110→dieser Perspektive als Veränderung des Deutungsrahmens für Daten durch neue Kontexte konzeptualisiert werden.4...

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