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Tendenzen der Gegenwartsliteratur

Literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Perspektiven

Edited By Marijana Jeleč

Dieses Buch versteht sich sowohl aus literaturwissenschaftlicher als auch aus literaturdidaktischer Perspektive als Beitrag zur Erkundung zeitgenössischer literarischer Produktion. Er verfolgt damit eine doppelte Intention: Einerseits möchte er aus literaturwissenschaftlicher Perspektive Konturen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zeichnen und damit neue Tendenzen aufdecken, andererseits möchte er Möglichkeiten ihrer methodisch-didaktischen Umsetzung im schulischen und universitären Literaturunterricht aufzeigen – auch um zum Stand der Literaturdidaktik als wissenschaftliche Disziplin beizutragen.

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Nils Lehnert: Gesellschaftsrelevant, aber nicht offen „engagiert“. Zum didaktischen wie ästhetischen Potenzial von Dea Lohers Theatertexten Diebe (2010), Am Schwarzen See (2012) und Gaunerstück (2015)

Gesellschaftsrelevant, aber nicht offen „engagiert“. Zum didaktischen wie ästhetischen Potenzial von Dea Lohers Theatertexten Diebe (2010), Am Schwarzen See (2012) und Gaunerstück (2015)

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Nils Lehnert

Abstract: Dea Loher gelingt es wie kaum einer zweiten Autorin, gesellschaftlich relevante Problemkonstellationen in ihren Theatertexten zu verhandeln, ohne je den „moralischen Zeigefinger“ zu erheben. Denn obwohl sie alle nur denkbaren psychischen, physischen und zwischenmenschlichen Tragödien im literarischen Experimentierfeld durchexerziert und immer auch nach den Bedingungen der Möglichkeit eines glücklichen Lebens, individueller Selbstbestimmung und dem freien Willen fragt, entzieht Loher ab ovo das Moralin, indem sie gleichzeitig ein ästhetisches Surplus aufpfropft: Sprache ausstellt, Figuren zersetzt, Szenen zerfetzt, Erzählfäden unverknüpft lässt, „V-Effekte“ (Brecht) einmontiert, ins Surreale übersteigert. Der Beitrag diskutiert anhand von Diebe (2010), Am Schwarzen See (2012) und Gaunerstück (2015) die These, dass es just aufgrund dieser Machart höchst lohnenswert sein kann, Dea Lohers Theatertexte für didaktische Anschlusskommunikationen zu nutzen: Denn auch Schülerinnen und Schüler sind (mittlerweile) mit einem äußerst sensiblen Sensorium ausgestattet, das auf „engagierte“ Literatur tendenziell eher mit Ablehnung reagiert.

Schlüsselwörter: Dea Loher, Dramatik, Postdramatik, Theatertexte, Unterricht, Didaktik, engagierte Literatur, 

Abstract: Dea Loher is able to negotiate socially relevant and complex issues in her plays without taking the moral high ground like few other playwrights. Though she tackles every conceivable psychological, physical and interpersonal tragedy in the literary field of experimentation and always asks for the conditions of a fulfilled life, individual self-determination and free will, Loher avoids any moralism from the outset by simultaneously implementing an aesthetic superstructure: she exposes language, dissolves characters, shreds...

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