Show Less
Restricted access

Ideologiekritik und Wirkungsgeschichte

Ausgewählte Essays

Series:

Michael Dallapiazza

Dieses Buch versammelt eine Reihe von Essays, die vorrangig in deutscher Literatur Konstellationen nachgehen, in denen sich Fragen der Wirkungsgeschichte mit ideologiekritischen Intentionen der Werke verbinden lassen. Wirkungsgeschichte ist auf die hermeneutische Philosophie Hans-Georg Gadamers bezogen, Ideologiekritik auf die Vorstellung Theodor W. Adornos. Kunstwerke besäßen „ihre Größe einzig daran, daß sie sprechen lassen, was die Ideologie verbirgt". Die Beiträge behandeln sowohl mittelalterliche als auch zeitgenössische Literatur.

Show Summary Details
Restricted access

6 Ehe- und Frauendiskurse in der frühneuzeitlichen Übersetzungsliteratur. Der Fall Niklas von Wyle

Extract



Abstract: In den Translatzen des Niklas von Wyle finden sich zwei Texte, die auch im Ehebüchlein Albrechts von Eyb übersetzt worden sind. Der Beitrag fragt nach der Vergleichbarkeit dieser Werke des deutschen Frühhumanismus unter dem Aspekt der dort greifbar werdenden Geschlechterentwürfe. Es wird versucht, bestimmte Textmerkmale zu ermitteln, mit denen sich die jeweilige Gebrauchsfunktion erkennen lässt. Die Translatzen des Niklas werden nicht mehr als beliebige Zusammenstellung aus dem humanistischen Leseprogramm verstanden, da der überwiegende Teil Geschlechterbeziehungen thematisiert und damit eventuell einer bewussten Konzeption folgt.

Keywords: Niklas von Wyle. Albrecht von Eyb, Ehebüchlein. Geschlechterkonzepte. Frühhumanismus. Ehedidaktik. Frühe Neuzeit. Ordnungsdiskurse

Spätestens seit dem 14. Jh. erfasst das ungeheure und rasche Anschwellen des europäischen Gebrauchsschrifttums auch Deutschland. In dieser Literatur des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit finden sich in zunehmendem Masse Diskurse, die man als Ehe-, Frauen- und Männerdiskurse1 bezeichnen kann und die Ausdruck eines offenbar drängenden Bedürfnisses sind, Geschlechterbeziehungen generell ins Zentrum gesellschaftlicher, sozialer Beobachtung zu stellen. Die Textsorten und Gattungen, in denen sie sich zum Ausdruck bringen, sind zahlreich und bieten ein erwartungsgemäß uneinheitliches Bild. Im deutschen Sprachraum beginnen sie sich in der Zeit um 1400 auf eine Weise Bahn zu brechen, die das Thema rasch zu einem der am weitesten verbreiteten werden lässt und zu einer Textfülle geführt hat, die sich nur langsam überblicken lässt.2 Am ←91 | 92→Beginn der Forschungsaktivität zu diesen Bereichen,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.